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Komponist, Sänger, Textautor

geboren am 12.02.1890 in Wien
gestorben am 05.01.1962 in Wien
beerdigt in einem ehrenhalber gewidmetem Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33A, Reihe 2, Nr. 11)

1960 Silbernes Ehrenzeichen der Stadt Wien
19.09.1962 Gedenktafel am Sterbehaus in Wien 5., Hamburgerstraße 20
14.01.1993 Ernst-Arnold-Park im 5. Wiener Gemeindebezirk
Biographieneinige LiederDiscographieVeranstaltungenSendungenPresse
Biographie

Die Herren JESCHKE

Es waren drei Buben, die der Ehe des Karl Jeschke mit der hübschen Ottilie, Tochter des Jean Georges Lumè de Luins, entsprossen. Sie war mit ihren Vater nach Wien gekommen, der im Gefolge des entthronten Königs von Hannover, hier Aufenthalt genommen hatte. In dem vornehmen Hause wurde Laientheater gespielt. Dabei verliebte sich die Tochter des Aristokraten in den feschen, jedoch bürgerlichen Karl Jeschke. „Amor vincit omnia“ – die Liebe besiegt alles … und die künstlerischen Ambitionen der Beiden übertrugen sich auf zwei der drei Söhne.

Der Älteste, nach seinem Vater Karl benannt, wurde ein gesuchter Dermatologe, er blieb ein Jeschke.

Der zweitgeborene Fritz (6.1.1891) nannte sich später IMHOFF. Er wurde ein herrlicher, bekannter und beliebter Operetten- und Fimschauspieler.

Der jüngste Jeschke nahm seine beiden Vornamen zum Künstlernamen: Ernst ARNOLD.

Er muß, nach seinen eigenen Lebensschilderungen, ein fürchterlicher Schüler gewesen sein. Wechselte in die verschiedensten Schulen, wie später seine Hemden …

Daran dürfte die gescheiterte Ehe seiner Eltern eine gewisse Schuld getragen haben. Seine Mutter zog ihn auf und verzog ihn, in einer neuen Beziehung.

Ernst Arnold zog es zur Bühne und er begann in Reichenberg. Sein Vorbild war Alexander Girardi.

1917 war er der Graf Boni in Emmerich Kalmans „Csardasfürstin“. Zur 50. Aufführung saß er nach der Vorstellung mit Kalman beisammen und fragte ihn, wie man solche Weisen komponieren könne. „Das ist gottgegeben“, meinte der Meister.

Arnold hatte nämlich einen Text erhalten, ein Coupletlied „Ich hab‘ halt ein bisserl zuviel erwischt“ zu vertonen. Versuchte sich selbst als Komponist und siehe da, es gelang ihm. Er sang es am Silvesterabend im Grazer Opernhaus und widmete dieser Lied dem Alexander Girardi.

Emst Arnold erzählte mir, dass Direktor Julius Grevenberg seinerzeit ein großartiger Regisseur und eine Persönlichkeit war und fügte ein paar Aussprüche dieses Mannes hinzu:

„Er bestellte mich (Emst Arnold) in sein Büro, mit den Worten, komm morgen um halb eins zu mir, da bin ich nicht da“.

Ein Gastspieltermin sollte vereinbart werden, Grevenberg sagte:

„Du kannst zwei Termine aussuchen, entweder im Febril oder im Oktember !“

Ende Mai 1919 nahm er Abschied von Graz und kam nach Wien. Es war, wie er selber schreibt, ein verunglückter Beginn.

Doch wie es im Leben so Fälle gibt, fand er im „Simpl“ als Solist den Erfolg, den er als hier Unbekannter gar nicht erwartet hatte. Im gleichen Programm waren Josma Selim und Dr. .Ralph Benatzky.

“Damals gab es in Wien 20 Operettentheater“ schrieb Ernst Arnold und „überall hab‘ ich gespielt, allerdings kam ich drauf, dass ein Soloauftritt bequemer war“ und so begann er seine Lieder selber zu schreiben.

„Wenn dich die Menschen auch kränken, weine nicht“, „Du, nur du und wieder du“, „Beim Burgtor am Michaelerplatz“, „I waß an Wein“, „Da draussen in der Wachau“ sang dann schon Richard Tauber. Das berührende „Wann der Herrgott net will, nutzt das gar nix“ war bereits sein Opus 350, im Jahr 1935 !

„Das Lied von der Hundetreue“, „Der Wiener Heimatschein“ und „Es steht wo ein Koffer im Winkel“ sind bereits spätere Kompositionen.

Die grosse Zeit, die Stunde des Ernst Arnold, kam mit der Gründung der RAVAG (der Radioverkehrs-AG) anno 1924.

Er wurde der Radioliebling!

Es muss so 1927 gewesen sein, als mein Vater zur Artistenprüfang antrat. Am gleichen Tag, zur gleichen Stunde fast, war es auch Richard Eybner, der seine Prüfung ablegte. In der Jury saß Ernst Arnold; dass diese drei Männer später Freunde wurden, ist für mich heute eine Erinnerung, die ich nicht missen möchte, denn diese Freundschaft übertrug sich auf mich.

Wenn also Emst Arnold im Radio seine Stunde hatte, waren die Straßen leer, er war ein „Strassenfeger“, wie es manche Fernsehsendungen in der heutigen Zeit sind.

So nebenbei spielte er den „Leopold“ im „Weißen Rössel“, es war im Wiener Stadttheater und Bruder Fritz gab den „Giesecke“.

Wenn ich das Programm vom Februar 1933 durchlese, was da für Namen auf mich „einstürmen“: Max Schönherr-Dirigent, Gesamtleitung: Hubert Marischka, Regie und die Rolle des „Sigismund“: Karl Farkas, Mimi Shorp gab das „Klärchen“ und Josef „Pepi“ Egger den Bürgermeister von Sankt Wolfgang.

Emst Arnold und Emmerich Arleth (mein Vater) waren Freunde geworden und in meinem „Erinnerungskoffer“ befindet sich eine Visitenkarte des Ernstl, auf der steht:

„Ernst Arnold – Wiens beliebtester Gratismitwirkender“ und dazu folgt nun die nicht erfundene Geschichte, die man nicht erfinden kann, sie wurde meinem Vater und mir – seinerzeit – von Ernst Arnold persönlich erzählt.

Nun muss ich vorausschicken, die Namen Ernst Arnold und Emmerich Arleth sind ähnlich und wurden des Öfteren verwechselt. Auch heute werde ich noch als Herr Arnold angesprochen, „Ihr Vater war doch der Komponist“ oder „der Bruder Fritz Imhoffs“, so kläre ich dann gerne auf.

Jetzt zu der „herrlichen G‘schicht“ des Ernstl. Jeder Künstler wird gebeten „gratis für einen guten Zweck mitzutun“, er kann sich da nicht entziehen und so war es auch bei Ernst Arnold. Nach dem Auftritt kam der Veranstalter und bedankte sich mit den Worten: „Danke schön, Herr IMHOFF !“ Kurzes Schweigen, dann ARNOLD: „I bin net der IMHOFF !“. „Oh Pardon, vielen Dank Herr ARLETH ! „

Was dann der Ernstl antwortete ist nicht reif, um es zu wiederholen, geschweige zu schreiben.

Unter den vielen Texten, Liedern, die ich „durchstöberte“ fand ich Couplets von Ernst Arnold, geistreich, voll Ironie, leider zeitgebunden, z.B. „Das is Kultur“, „Das Zitatencouplet“, „Weil ma grad drüber redt“ u.v.a.

Ernst Track bat meinen Vater in der Silvestergala am 31. Dez. 1961 des Raimundtheaters für Ernst Arnold einzuspringen, Ernstl war ins Spital eingeliefert worden, wir dachten vorübergehend, jedoch „wann der Herrgott net will, nutzt das gar nix“.

Ernst Arnold starb am 5.1.1962 im 70. Lebensjahr.

Text von Emmerich Arleth

ausführliche Biographie, Teil 1: Der Sänger der Wahrheit
ausführliche Biographie, Teil 2: Arnold in der Löwengrube
ausführliche Biographie, Teil 3: Aufstieg und Erfolg
ausführliche Biographie, Teil 4: Triumphzug der Wiener Musik
1992 zum 100. Geburtstag von den Margaretner Museumsblättern
A Hüatl, tirolerich … !
A tulli Weinderl
Am Abend in dem kleinen Beisel …
Beim Burgtor am Michaelerplatz
Bilderbuch aus Biedermeiertagen
Da draußen in der Wachau
Da san mir net scharf drauf in Wien
Das Lied von der Hundetreue
Das Lied von der Pummerin
Das Schicksal gibt uns manchmal einen Deuter
Der kleine Veilchenstrauß
Dös is‘ Kultur !
Draußen in Mauer beim heurigen Wein
Du, nur du
Ein Jeder hat sein Schicksalsbuch
Ein Tag ohne dich
Ein Zirkus ist das ganze Leben
Einer kommt und einer geht …
Erinnerung
Es ist und bleibt die alte Gschicht
Es kann das Leben ja so fein sein
Es wird auch uns die Sonne wieder einmal scheinen
Es wird schon wieder anders werden
Glück muß man hab’n !
Herrgott, i bitt‘ dich, schick an Platzregen Wein
Heute is‘ ausg’steckt für „Soda mit ohne“
Hör‘ ich ein Wienerlied
I möchte‘ in Grinzing a Weinhauer sein
I waß an Wein
Ich bin ja so allein
Ich hab mein Herz gefragt
Ich habe gelebt, ich habe geliebt
Ich nehm‘ das Leben wie es ist
Immer noch, da warte ich und hoffe doch …
Ja, die Frauen
Liebe kommt und Liebe geht …
Musik aus Wien
Mutterl, ich bitt dich, bleib immer bei mir
Mutterls Geburtstag
Praterlied
Schenke den Frauen, was sie begehren
Schicksal, du machst sonderbare Sachen
Sehnsucht hab‘ ich nach Wien
Sonne wird scheinen und ich werde weinen
Üb’rall gibt’s a Hintertürl
Von den Frauen und von der Liebe
Von dir ein liebes Wort
Von Großvaters Zeiten
Was mache ich denn ohne dich?
Weinen könnt‘ ich um dich
Wenn der Herrgott net will, nutz es gar nix
Wenn dich die Menschen auch kränken
Wenn ich mein Wien mir heute betracht‘
Wie ist das Leben heute schwer
Wie schön unser Österreich is‘ !
Wien ist eingeteilt jetz in vier Zonen
Wien soll wieder werden was es war
CD

Ernst Arnold - CD

JahrLandLabelInterpretTitel
2007ABarless Records CD-MA 7219-2Heinz ConradsWas gibt es Neues
Opernhaus Graz am 17.08.1917
Wiener Urania am 14.02.1958
Bezirksmuseum Margareten am 18.02.1992
Bezirksmuseum Margareten am 25.02.1995
Sendung vom 22.01.1982
Sendung vom 07.02.1987
Sendung vom 12.02.1992
Sendung vom 21.05.1995
Autorenzeitung
Der liebe Augustin
Die ganze Woche
Samstag
Stadt Wien
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