BildDatenEhrungen
Dirigent, Komponist, Musikschriftsteller

geboren am 23.11.1903 in Marburg a. d. Drau, heute Maribor
gestorben am 13.12.1984 in Baden bei Wien
beerdigt auf dem Helenenfriedhof Baden

1952 Verleihung Berufstitel Professor
1954 Joseph-Marx-Preis für Komposition
BiographieKorrespondenzSendungenPresse

Es war genau vor zehn Jahren, als ich im Frühjahr 1983 einen ganz bezaubernden Brief erhielt. Der Absender war Max Schönherr. Da ich wusste Max Schönherr begeht im November seinen 80igsten Geburtstag und von mir eine Sen­dung geplant war, rief ich bei ihm an und war am 14.September 1983, an einem wunderschönen Herbst­nachmittag, bei ihm zu Hause.

Eine Stunde sollte ich bleiben, es wurden drei, für mich unvergessliche Plauderstunden, viel Musik dazu, mit dem Mann, der Musikgeschichte Österreichs, nicht nur der RAVAG, auch des Österreichischen Rundfunks im kleinen Finger und mitgeprägt hatte.

Der Großteil der Älteren kennt ihn als Leiter des Großen Rundfunkorchesters, Vorläufer des ORF-Symphonieorches­ters.

Schönherr hatte aber auch, in dieser seiner Funktion, Möglichkeiten gehabt und genützt, die keiner vor ihm und nach ihm besaß. Wieviele eigenständige Produktionen er programmierte – ich rede und schreibe da gar nicht von der E-Musik, sondern von den ungezählten Operettenaufnah­men, Liedern, Walzer und komme da auf Max Schönherr als Komponisten – jedoch vorher ein bisserl Lebensgeschichte

In Marburg stand seine Wiege am 23.11.1903; damals konnte man noch von Marburg über Wien, bis nach Krakau ohne Pass fahren. Großvater und Vater waren Militärkapellmeister. So wuchs der junge Max in einer Tradition auf, die wir heute leider immer mehr vermissen.

Schönherr ging nach absolvierter Matura ans Steiermärkische Konservatorium nach Graz. Korrepetierte, spielte als Orches­termusiker (Fagott, Kontrabass, Klavier) und wurde Kapellmeister am Grazer Theater.

Von Graz nach Wien holte ihn Direktor Hubert Marischka, ans Theater an der Wien. Im Stadttheater dirigierte Max Schönherr „Das weiße Rössel“ ca. 800 Male.

Am 9.8.1931 leitete er sein erstes RAVAG-Konzert – es war im RONACHER, 1. Stock, das „Parisien-Studio“.

Die Jahre nachher Wachsplatten, Tonbänder, technische Hilfsmittel?? Keine Red‘ davon, alles nur Originalüber­tragungen. Erst nach 1945 waren diese vorhanden und so sind – Gott sei Dank – noch „Bänder“ vorrätig im Archiv des Rundfunks, werden halt sehr selten hervorgeholt und auch der Name Max Schönherr immer seltener genannt.

Seine Kompositionen, z.B. das Ballett „Hotel Sacher“ wurde 1957 an der Wiener Staatsoper aufgeführt. „Bauernmusik aus Österreich“ – künstlerisch wertvoll.

Er war ein Musikhistoriker großer Qualität, seine Bücher über „Lanner-Strauß-Ziehrer“, seine „Ästhetik des Walzers“ sind zum Lesen empfohlen.

Nach seiner Pensionierung, kurz vor seinem 70iger, promo­vierte er zum Doktor der Philosophie (Musik- und Theater­wissenschaft): Prof. Dr. Max Schönherr.

Das Schönste für mich waren seine Kompositionen der sogenannten „leichteren Muse“ – U-Musik, welche weniger bekannt waren. Sie durfte ich den Hörerinnen und Hörern näherbringen; „Es geht durch den Wienerwald ein Rauschen“ sang Ruthilde Bösch. „Haben’s das Rauschen des Waldes ge­hört?“ hat er mich gefragt beim Abspielen des Bandes.

„In meinem Garten blühen Rosen“ trug Walter Zeh vor. Lise­lotte Maikl „suchst du den Weg zur Seligkeit“, Vera Svoboda „die Welt stimmt ihre Geigen“. Eine der schönsten Aufnahmen machte Schönherr mit Rosl Schweiger „Kennst du das Lied der Liebe“ und Herbert Seiter spielte „Weine nicht beim Ab­schiednehmen“ – dieser Abschied von Max Schönherr war am 13.12.1984.

Text von Emmerich Arleth

Sendung vom 17.12.1983
Sendung vom 21.11.1988

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