
Komponist
geboren am 02.11.1892 in Apatin, Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn; heute Serbien
gestorben am 06.05.1960 in Hamburg
beerdigt auf dem Friedhof im Hamburger Ortsteil Ohlsdorf
Paul Abraham, der in Apatin geborene, gehört zur österreichischen Unterhaltungsmusik der sogenannten Zwischenkriegszeit. Nachdem Österreich-Ungarn, die zu seiner Geburt zusammengehörten, ist er damit – sozusagen – Altösterreicher. Ich bin da ein bisserl großzügig und stolz auf diese Leute. Er hat noch die letzten Jahre, wie ein „Sturm“ über die Operettenszene „gefegt“, obwohl er, wie so viele seiner Komponisten-Vorgänger, mit Werken ernster Richtung begonnen hatte. In seiner Studienzeit, an der Budapester Musikhochschule, hatte er u.a. Streichquartette und eine Komposition für Violoncello geschrieben. Erst Ende seiner 30iger Jahre fand er zu seinem Talent. 1928 entstand die erste Operette „Der Gatte des Fräuleins“.
„Viktoria und ihr Husar“ seine zweite Operette, in Wien am 23.Dez.1930 uraufgeführt, war bereits ein durchschlagender Erfolg, machte ihn weltberühmt und erbrachte eine halbe Million Mark (!!) an Tantiemen. Dutzende Filmverträge wurden angeboten. Aber es waren auch Melodien drinnen: „Ja so ein Mädel, ungarisches Mädel“, „Meine Mama war aus Yokohama“, „Mausi süß warst du heute Nacht“, „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ und „Pardon Madame“. Paul Abraham verstand als einer der Ersten „public relations“, also Reklame zu machen.
Wer nun angenommen hatte „Viktoria und ihr Husar“ wäre ein einmaliger Glückstreffer gewesen, wurde überrascht, denn am 24. Juli 1931 folgte in Leipzig „Blume von Hawaii“. Diese Operette trug noch mehr zur Popularität seines Namens bei. „Ich hab‘ ein Diwanpüppchen, genau wie du“, „My little boy“, „Traumschöne Perle der Südsee“, „Ein Paradies am Meeresstrand“ usw. beschwörten einfallsreich farbige Stimmung der Inselwelt.
Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda trugen mit ihrem Buch zu beiden Operetten den Erfolg mit.
Wer sang nicht mit „Will dir die Welt zu Füssen legen“ oder „My golden Baby“.
„Ball im Savoy“ folgte 1932, das war bereits in Berlin, im Großen Schauspielhaus; „Toujour l‘amour“ und das fesche, schmissige „Es ist so schön am Abend bummeln zu gehen“ riss alles mit.
Der Jänner des Jahres 1933 beendete abrupt die Erfolge Abrahams. Er musste Berlin verlassen.
In Wien kam 1934 noch „Märchen im Grand Hotel“, 1935 eine japanisch gefärbte Operette „D’schainah“ und 1937 „Roxy und das Wunderteam“ heraus.
Keine dieser Operetten lief länger als zwei Monate.
Der März 1938 war der Schlusspunkt der Operettenmusik Paul Abrahams. Sein Emigrationsweg führte von Wien über Paris bis nach New York.
Hier dürfte seine depressive Natur, durch die Ereignisse der vergangenen Jahre zum Ausbruch gekommen sein.
Er fiel in geistige Umnachtung, wurde 1956 nach Deutschland zurückgebracht und starb am 6. Mai 1960.
Text von Emmerich Arleth
Paul Abraham - Buch
Abbildung | Autor | Titel |
|---|---|---|
Klaus Waller | Der tragische König der Operette |
|
![]() | Andrew E. Steinmann | From Abraham to Paul |
Paul Abraham - Werke
| Titel | Uraufführung | |
|---|---|---|
![]() | 3:1 a szerelem javára | Uraufführung am 18. Dezember 1936 in Budapest |
| Abraham | Uraufführung 2015 in Magdeburg und Hamburg | |
![]() | Ball im Savoy | Uraufführung am 23. Dezember 1932 in Berlin |
![]() | Bin kein Hauptmann, bin kein großes Tier | |
| Das letzte Verebély-Mädchen | Uraufführung am 13. Oktober 1928 | |
| Der weiße Schwan | Uraufführung am 23. Dezember 1938 in Budapest | |
![]() | Die Blume von Hawaii | Uraufführung am 24. Juli 1931 in Leipzig |
| Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus | Uraufführung am 21. Dezember 1935 in Wien | |
![]() | Due cuori felici | |
| Es geschehen noch Wunder | Uraufführung am 20. April 1935 in Budapest | |
![]() | Fleur d' Hawaii | |
![]() | Ich könnte jetzt zu Ihnen sagen ,,, | |
| Ich liebe meine Frau | Uraufführung am 15. Juni 1929 in Budapest | |
![]() | Je vois la vie en rose | |
| Julia | Uraufführung am 23. Dezember 1937 in Budapest | |
![]() | Märchen im Grand Hotel | Uraufführung am 29. März 1934 in Wien |
![]() | Melodie des Herzens | |
![]() | Privatsekretärin | |
![]() | Signora | |
![]() | Stenografi och Kärlek | |
| Tambourin | niemals aufgeführt | |
![]() | Toujours l'amour | |
![]() | Victoria et son Hussard | Uraufführung am 21. Februar 1930 in Budapest |
| Viki | Uraufführung am 26. Januar 1935 in Budapest | |
| Wintermelodie | Uraufführung am 18. Februar 1978 in Salzburg | |
| Zenebona | Uraufführung am 2. März 1928 in Budapest | |
![]() | Zigeuner der Nacht | |
![]() | Zwei glückliche Herzen |
Melodie des Herzens, D 1929
Die singende Stadt, D/GB 1930
Die Privatsekretärin, D 1931. Englische Version: Sunshine Susie/The Office Girl, GB 1931, französische Version: Dactylo, F 1931
Ein bisschen Liebe für Dich (Zwei glückliche Herzen), D 1932. Französische Version: Monsieur, Madame et Bibi, F 1932
Zigeuner der Nacht, D 1932
Coeurs joyeux, F 1932
Glück über Nacht, D 1932
Yes, Mister Brown, D 1932
Das Blaue vom Himmel, D 1932
Rakoczy-Marasch (Rákóczi induló), D/A/HU 1933
Dactylo se marie (Fortsetzung von Dactylo), F 1934
Lila akác, HU 1934
Antonia, romance hongroise, F 1935
Bretter, die die Welt bedeuten, A 1935
Tagebuch der Geliebten, A 1935
Családi pótlék, HU 1936
Mai lányok, HU 1936
Hotel Kikelet, HU 1937
Pesti mese, HU 1937
Viki, HU 1937
Die entführte Braut, A 1938
Úri világ, HU 1938
Serenade, F 1939
It Happened in Odessa, USA 1943
Holiday in Mexico, USA 1943/1946
Radiosendung vom 28.11.1987:

Radiosendung vom 14.09.1992:

Radiosendung vom 02.11.1992:










































