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Conférencier, Komponist, Textautor

bürgerlicher Name: Karl Bernstein

geboren am 27.12.1909 in Wien
gestorben am 04.08.1989 in Wien
beerdigt in Wien auf dem Baumgartner Friedhof

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Auf dem Bild, welches ich von Charles Berndt 1969 erhielt, steht die Widmung: „zur freundlichen Erinnerung an die vielen Veranstaltungen mit meinen lieben Freunden Emmerich Arleth senior und junior“

Weiß der Himmel, es waren tatsächlich viele!

Charles Berndt war ein Mann mit „drei Seelen in einer Brust“, Textautor, Conférencier mit Niveau (in drei Sprachen perfekt) und Schriftsteller.

Geboren als Karl Bernstein in Wien am 27.12.1909, kam er nach der Volksschule ans Sophiengymnasium, an welchem er maturierte. Jus studierte er an der Wiener Uni und brachte es zum Absolutorium. Leider zwang ihn die politische Lage zu emigrieren. Der nachfolgende Krieg verhinderte zwei Prüfungen zum Dr. juris.

Wenigsten „an anständigen Beruf hab‘ ich g’lernt“ meinte er vor Jahren zu mir.

Sozusagen als textlichen Einstand, gab er das Lied „A warmer Ofen, a Schalerl Kaffee“ Hermann Leopoldi zum Vertonen.

Die Kabarett-Sterne der 30iger Jahre versorgte Charles mit Texten: Charlotte Waldow, Christl Giampietro, Else Kaufmann, Armin Berg, Oscar Karlweiß u.v.a. mehr.

Die nach dem Jahre 1945 aufstrebenden „Spitzbuben“, „Die drei Lauser“, „Die Lausbuben“ aus München, die in Deutschland bekannten“Travellers“, „die Regenpfeiffer“ gehörten zu seinen „Stammkunden“.

Else Rambausek brachte das herrliche „I hätt‘ net sollen, rocken and rollen“. Paul Löwinger auf Platte „Vielleicht’ bin ich unterentwickelt?“

In Holland, wo Charles Berndt im Kaffee des wienerischen Holländers Toni Hartweger arbeitete, wurde für unser Land mehr getan, als so mancher Politiker tun konnte!
„Wien ist Liebling der Welt“ und die Tatsache, dass „in Wien noch immer die Donau fließt“ bringt mit sich, man fühlt sich wohl „beim warmen Ofen and an Schalerl Kaffee, nicht unbedeutend tragen „zwei Damen in Grinzing“ bei.

„Ich bin ein Durchschnittswiener“ und „pfeiff‘ auf alle Steuern“, „Wenn die Uhr richtig geht“ – „müssen’s den Wein probieren“, jedoch „wieder amal zu Fuß durch Wien gehen“. Fast ein kleiner Romanauszug aus den 300 Titeln des Charles Berndt. Nicht zu vergessen „Hoff ‚ ma, dass die heile Welt, noch a klane Weile hält“ (Musik Hans Hagen), „I hab‘ a Badehütten drunt in Kaisermühlen“, „Kommen sie bitte nach Österreich“ (Musik Hermann Leopoldi).

Wie überhaupt alle Komponisten von Rang Charles Texte vertonten: Ernst Arnold, Leopold Kubanek, Georg und Rudi Luksch, Hans Lang, Herbert Seiter, Toni Strobl und Hans Zeisner.

Das bezaubernde „Vielleicht gibts im Himmel ein Wiener Kaffee“ von Toni Strobl.

Am 4.8.1989 hat Charles Berndt seine Augen für immer geschlossen, ob wir ihn „vielleicht im Himmel in einem Wiener Kaffee treffen?“

Schön wär’s!

Text von Emmerich Arleth

Karte Berndt an Arleth 08.04.1963
Karte Berndt an Arleth 04.10.1969
Brief Berndt an Arleth 08.05.1989
Sendung vom 06.12.1979
Sendung vom 01.12.1984
Autorenzeitung
ÖGB
Wochenschau
Unbekannt

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