BildDatenEhrungen
Kapellmeister, Komponist, Musiker (Klavier)

geboren am 23.05.1921 in Wien
gestorben am 17.02.1996 in Wien
beerdigt am Hietzinger Friedhof (Gruppe 69, Reihe 2, Nummer 20) in Wien

1968 Berufstitel Professor
1991 Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse
1991 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien
BiographieVeranstaltungenSendungenPresse

Er war mein „Rundenfreund“ gewesen.

Was die „Runde” war, möchte ich zuerst beschreiben, bevor ich auf Herbert Seiters Lebenslauf übergehe.

Nach den „Stammersdorfern“, die noch Josef Kunerth (den exzellenten Rundfunkfachmann, Kapellmeister und Komponisten „Bleibma no a wengerl sitzen“) und Otto Riedelmeyer („A zwastimmigs Weanalied“, „Ich hab den Wagen voller wunderschöner Mädchen“, „Man bleibt nicht 20 Jahre“, „Ich möcht garsogern dein Herzbua sein“ uva.) als Gäste hatten, (auch die Beiden waren mir persönlich gut bekannt) beide Komponisten starben 1964, übersiedelte die „Runde“ nach Wien.

Josef Sirowy („I möcht gern dein Herzklopfen hör’n“, „Kennst du Wien“) war der „gestrenge Herr Rundenpräsident“, der seine „Schäfchen“ zusammenhielt, Erik Jaksch („Millionenhochzeit“ und „Veronika“ hießen die Operetten und „Denk ich wie’s früher war“) war der „Rundendichter“ und Redner Hans Weiner Dillmann („Ein paar Blumen hast du mir geschenkt“, „Das Johann Strauß Haus“, „O Don Fernande“), vom Hansl Lang wäre noch und noch aufzuzählen, Anton Profes („Ich trag im Herzen drinn“ seine Musik nur vom „Weissen Traum“ ist einmalig), Hans Pero – Komponist und Verleger, die grandiosen Textdichter Josef „Joschi“ Petrak („Wie Böhmen noch Östrreich war“, „Mein Herz, das ist ein Bilderbuch vom alten Wien“, seine „Lumpazivagabundus“-Lieder mit Hans Lang, „In Langenlois“) und Hans Werner, den wir unseren „Nußbaum“ titulierten oder fallweise kam noch Franz Zelwecker dazu – alles das war einmal, mit den Damen und wir mitten drinn als Jüngste, der „Goldfinger“ Herbert Seiter mit seiner Trude.

Seine Lehrer: Emil von Sauer, Meisterklasse Klavier, an der Musikakademie Wien, Kompositionslehre bei Josef Marx.
Dirigieren bei Clemens Krauss (seine Frau war die bekannte Opernsängerin Viorica Ursuleac), weiters Meinhard von Zallingen und Hans Swarowsky.

Als Bub wurde Herbert Seiter schon als „Floridsdorfer Mozart“ benannt. Somit war „der Weg eigentlich vorgezeichnet“. In der RAVAG hat er bereits den Turnkurs von Käthe Hye „betastet.“

Nicht vorgesehen war der zweite Weltkrieg, mit einer schweren Kriegsverletzung und 14 Monaten Lazarettaufenthalt, Herbert aber gab nicht auf.

1948 erhielt er in London bei einem Klavierwettbewerb den ersten Preis.

1950/51 finden wir Herbert Seiter im Österreichischen Rundfunk.

Bei einer der vielen Veranstaltungen, die es damals gab, lernte ich Herbert Seiter mit seinem Ensemble im Wiener Kursalon kennen.

Anfang 1965 war im Ottakringer Volksbildungsheim ein Abend für Herbert Seiter, den noch Emmerich Arleth (mein Vater) „beplauderte“ und als er so plötzlich starb, folgte ich seinen Intentionen (auch im Rundfunk) und so kamen wir, die Trude und der Herbert, uns, über die genannte „Runde” privat noch näher.

Was gab es da an Hörfunkbeiträgen im Österreichischen Rundfunk: „Verachtet mir die Meister nicht“, „Österreich über Österreich“, „Magazin um Elf“, „Gruß aus Wien“, „Bei den Schrammeln“, „Musik nach Tisch“ …

Und alles das lag in den bewährten Händen eines Musikfachmannes namens Herbert Seiter.

Nicht zu vergessen: fast 20 Jahre hindurch seine Begleitung der Sonntagmorgen-Sendungen „Was gibt es Neues“ von und mit Heinz Conrads.

Seine Filmmusiken zum „Grossen Wunschkonzert“, Fernsehmusik zum „Bunten Schirm“, das Märchenmusical „Der gestiefelte Kater“ und von seinen Liedern sei „Alle Wasser der Erde fliessen“ erwähnt, von ihnen sind gut 600 an uns zurückgeblieben.

Geehrt wurde er 1964 mit dem Berufstitel „Professor.“

1974 erhielt er das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I.Klasse, das Grosse Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien und des Bundeslandes NÖ. Nebst vielen anderen Anerkennungen, denn er war ein unermüdlicher „Streiter“ z.B. für die Wiener Volkskunst.

Dieses „unermüdliche Herz“ stand am 17. Februar 1996 still.

„Spät is wur’n, spät is wur’n, jetzt mach ma Schluß.

Spät is wur’n, z‘sammpackt wird, weil’s halt sein muß.“ (Text und Musik: von Herbert Seiter)

Text von Emmerich Arleth

Volksbildungshaus am 08.03.1965
Kursalon Bad Vöslau am 24.06.1993
Nico-Dostal-Förderung
Zum 50. Geburtstag
Sendung vom 23.05.1981
Sendung vom 17.05.1986

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