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Komponist

geboren am 27.11.1895 in Korneuburg
gestorben am 27.10.1981 in Salzburg
beerdigt in einem Ehrengrab auf dem Salzburger Kommunalfriedhof

AutobiographieEhrungenWerkverzeichnisLebenSendungenPresse

Geboren bin ich 1895 in Korneuburg, einem alten Städtchen unweit von Wien, gegenüber Klosterneuburg an der Donau gelegen.

Meine Mutter stammt aus einer bürgerlichen Familie in Wels, das in Oberösterreich liegt, mein Vater aus einer Familie von böhmischen Musikanten in Olmütz, einer Stadt in Mähren, das damals ein Kronland der alten Österreichisch-Ungarischen Monarchie war. Von meinem Großvater, der Militärkapellmeister war, habe ich wohl das Musikantische geerbt. Mein Vater, Beamter der Landesregierung, war zwar sehr musikliebend – er spielte ausgezeichnet Klavier und sang in seinen Mußestunden mit wohlklingender Stimme, sich selbst begleitend, Loewe-Balladen -, aber er wollte mich einmal in staatlich gesicherter Position sehen und war meiner bald aufkeimenden musikalischen Neigung nicht allzu freundlich gewogen.

Mit sechs Jahren schon erhielt ich meinen ersten Klavierunterricht, hatte aber wenig Freude an Tonleiterübungen und Etüden. Ich spielte lieber recht und schlecht, was mir im Gehör blieb. Der aufmerksame Zuhörer bei diesen meinen musikalischen Eskapaden war meine Mutter, die auch dann noch meine Ambition förderte, als ihr mein Klavierlehrer erklärte: „Aus dem Buben wird niemals ein Pianist“. Ich bin auch niemals ein perfekter Pianist geworden, aber dafür ein umso besserer „Vom-Blatt-Spieler“, was mir noch später zugutekommen sollte.

Meinen ersten Eindruck vom Theater erhielt ich in der Oper „Mignon“, die ich mit meinen Eltern besuchen durfte. Ich war seit diesem Abend wie verzaubert von der Atmosphäre des Theaters und habe mir vorgenommen, einmal ein berühmter Dirigent zu werden. Es ist dann aber ganz anders gekommen.

Vorerst galt es, dem Wunsch des Vaters gemäß das Gymnasium zu absolvieren. Mehr Freude als das Studium der einzelnen Fächer dieser Schule machte mir das der Richterschen Harmonielehre und der Instrumentationslehre von Berlioz, dem ich eifrigst, aber heimlich oblag. Meine erste Komposition war eine Messe, die unter der begeisterten Mitwirkung musikliebender Freunde und Mitschüler zuerst in der kleinen Pfarrkirche in Ebelsberg und später sogar im alten Linzer Dom zur Aufführung kam, worauf ich sehr stolz war.

Nach Absolvierung der Reifeprüfung am Gymnasium in Linz inskribierte ich Jus an der Wiener Universität. Aber auch dieses Studium habe ich ziemlich lustlos betrieben, und meiner Bekanntschaft mit Professor Vinzenz Goller, dem Lehrer an der Musikhochschule für Kirchenmusik in Klosterneuburg, verdanke ich eine gründliche musikalische Ausbildung, die leider durch meine Einziehung zum Kriegsdienst ein vorzeitiges Ende erfuhr.

Nach dem Ersten Weltkrieg als Leutnant der Reserve vor dem Nichts stehend, galt es, meine musikalischen Kenntnisse in klingende Münze zu verwandeln, und so ging ich – wie es im Theaterjargon heißt – ins Engagement als Theaterkapellmeister, womit ich endlich Fuß fassen konnte in einer Welt, nach der ich mich immer gesehnt hatte. St. Pölten, Innsbruck, Wien, Cernauti in Rumänien und Salzburg waren die Stationen dieser Lehr- und Wanderjahre, in denen ich von der Posse bis zur Oper alles dirigierte, was sich mir bot. Einmal bin ich sogar als Schauspieler eingesprungen, wobei ich zu sagen hatte: „Kommt, gehn wir in den Garten, bevor der Kaffee kalt wird“. Mich versprechend aber rief ich: „Kommt, gehn wir ins Cafe, bevor der Garten kalt wird“, was einen derartigen Heiterkeitsausbruch beim Publikum auslöste, dass ich mich nie wieder in diesem Metier versuchte.

Vom Landestheater in Salzburg aus wagte ich dann den Sprung nach Berlin. Das Berlin zu Beginn der zwanziger Jahre war eine herrliche Stadt, in der man – sofern sich Können mit Fleiß verband – viel erreichen konnte. Als Notenkopist habe ich da angefangen, war dann als Leiter musikalischer Sketche im Kabarett bei Robitschek, dirigierte bei Professor Robert am Kurfürstendamm-Theater, bei Reinhardt im Theater am Nollendorfplatz, betätigte mich als Instrumentator und wurde bald ein gesuchter Arrangeur, was mir die Bekanntschaft und Freundschaft von allen Großen des musikalischen Unterhaltungstheaters von Franz Lehar bis Paul Abraham eintrug. So blieb mir kaum Zeit, selbst etwas zu komponieren, doch gelang es mir damals, mit Robert Gilbert als Textdichter, mit dem Lied „Es wird in hundert Jahren wieder so ein Frühling sein“ zu einem großen Erfolg zu kommen, der diesem Evergreen bis heute treu geblieben ist. Mein Ziel aber blieb immer das Theater, und mit meiner ersten Operette, der „Clivia“, bin ich dann zum Durchbruch gekommen.

Sie brachte mir einen rauschenden Erfolg in Berlin im Theater am Nollendorfplatz, eine Serie von über 300 Vorstellungen.

Dieser Operette folgten nach und nach „Die Vielgeleibte“ (Schillertheater Berlin), „Prinzessin Nofretete“ (Opernhaus Köln), „Extrablätter“ (Großes Schauspielhaus Berlin), „Monika“, „Die ungarische Hochzeit“ und „Die Flucht ins Glück“ (Staatstheater Stuttgart), „Manina“ (Admiralspalast Berlin), „Dr. Eisenbart“ – den wir ein Spectaculum nannten, das sich in der musikalischen Form dem näherte, was heute ein Musical genannt wird – und meine letzte Operette „Rhapsodie der Liebe” (Opernhaus Nürnberg). Damit habe ich die wichtigsten meiner 18 musikalischen Stücke genannt, von denen eine Anzahl seit über 30 Jahren auf den Spielplänen der Theater erscheint.

Dazwischen führten mich ausgedehnte Konzertreisen in alle großen Städte des deutschsprachigen Raumes und schrieb ich auch noch die Musik zu einer Reihe von Tonfilmen mit Martha Eggerth, Zarah Leander, Marika Rökk, Johannes Heesters, Heinz Rühmann, Hans Moser und vielen anderen. Dazu kommen noch viele Kompositionen sogenannter gehobener Unterhaltungsmusik. Immer war es mein Bestreben, bei meinen Arbeiten ein Niveau zu halten und nicht in seichte Niederungen abzusinken, was mir auch vor Jahren die Ernennung zum Professor eintrug.

Meine erste „Clivia“ war Lillie Claus, damals noch Koloratursopran der Wiener Staatsoper, die auch noch viele meiner folgenden Operetten aus der Taufe hob. Wir haben dann geheiratet, sie ist mir eine treue Begleiterin auf allen meinen Wegen geblieben und unser Sohn hat die Liebe zur Musik geerbt. Seit vielen Jahren leben wir in unserem Haus in Salzburg am Fuße des Gaisbergs mit weitem Ausblick auf meine geliebten Berge.

Sehr gefreut haben mich auch zahlreiche Auszeichnungen, die ich bekam, wie der „Paul Lincke Ring“, das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Kl.“ und „Das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“.

Aber wenn es mir gelungen ist, mit meinen Melodien Entspannung zu bringen und Freude zu bereiten, so will ich damit zufrieden sein und meine Aufgabe als erfüllt sehen.

1943                      SCHUBERT-MEDAILLE DES WIENER MÄNNERGESANG-VEREINES

13.09.1948          WAPPENMEDAILLE 650 JAHRE STADT KORNEUBURG

15.04.1959          TITEL „PROFESSOR“

Mai 1964             EHREN-URKUNDE „KÜNSTLER HELFEN KÜNSTLERN“

14.12.1964          EHRENPLAKETTE DES ÖSTERREICHISCHEN RUNDFUNKS

Oktober 1965    EHRENPLAKETTE DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS

26.11.1965          EHRENRING DER STADT SALZBURG

26.11.1965          EHRENBECHER DES LANDES SALZBURG

26.11.1965          EHRENRING VER STADT KORNEUBURG

16.12.1965          EHRENKREUZ FÜR KUNST UND WISSENSCHAFT ERSTER KLASSE DER REPUBLIK ÖSTERREICH

23.08.1969          PAUL LINCKE-RING

Nov. 1970            WAPPENMEDAILLE DER STADT SALZBURG IN GOLD

23.06.1971          KULTURPREIS FÜR MUSIK DER NIEDERÖSTERREICHISCHEN LANDESREGIERUNG

25.06.1971          WÜRDIGUNGSURKUNDE AUS ANLASS DER VOR 50 JAHREN AM K.u.K. STAATSGYMNASIUM IN LINZ ABGELEGTEN REIFEPRÜFUNG

04.08.1972          DAS GROSSE VERDIENSTKREUZ DES VERDIENSTORDENS DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

14.05.1976          EHRENMITGLIED DER KORNEUBURGER MUSIKFREUNDE

02.11.1976          EHRENMITGLIED DER DRAMATIKERUNION BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

22.09.1980          EHRENMITGLIED DER EUROPÄISCHEN BILDUNGSGEMEINSCHAFT

24.11.1980          EHRENBÜRGER DER STADT SALZBURG

27.11.1980          RING DES LANDES SALZBURG [Höchste Auszeichnung des Landes Salzburg)

16.12.1980          HÖCHSTER ORDEN VON LIONS INTERNATIONAL

15.06.1981          EHRENMITGLIED DES ÖSTERREICHISCHEN KOMPONISTENBUNDES

Werkverzeichnis
Operetten Uraufführungen
Operetten im Ausland
die wichtigsten Filme
Würdigung durch die Dramatiker-Union
Biographie, verfasst von Emmerich Arleth
Sendung vom 30.11.1985
Sendung vom 11.12.1994
Autorenzeitung
Die ganze Woche
Kurier
Rundschau für den Bezirk Baden
Unbekannt

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