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Gesang (Sopran)

geboren am 13.06.1905 in Wien
gestorben am 20.08.2000 in Salzburg

AutobiographieKorrespondenzVeranstaltungPresse

Geboren wurde ich in Wien an einem 13. Juni, darum ist die 13 auch meine Glückszahl!

Meine Mutter war Konzert- und Oratoriensängerin, gab Gesangsstunden und so wuchs ich in einem Haus voll Musik auf.

Mein Vater war kein Berufsmusiker, betrieb jedoch Musik als Hobby und konnte für mich sogar einzelne Lieder instrumentieren.

Eigentlich war ich von meiner Kindheit an entschlossen Sängerin zu werden und meine Eltern bereiteten mich liebevoll und mit Voraussicht auf diesen Beruf vor. So lernte ich mit 5 Jahren tanzen und begann mit 6 Jahren ein gediegenes Klavierstudium. Ich brachte es so weit, dass ich mit 12 Jahren das erste Mal öffentlich auftrat. Besonders gerne spielte ich Mozart, Schubert, Schumann, Chopin, sogar die „Tarantella“ von Liszt und das Es-Dur-Konzert von Beethoven.

Meine Eltern wollten aber kein Wunderkind und fanden es für die Gehörbildung richtiger, dass ich Geige lernte. Dafür zeigte ich zwar nicht so viel Talent, bin aber heute überzeugt, dass dieses Studium doch für meine musikalische Ausbildung von Nutzen war.

Ab meinem 16. Lebensjahr besuchte ich die Wiener Musikakademie und wurde noch vor Beendigung meines Studiums an die Wiener Staatsoper engagiert. Ich sang also bereits in der Staatsoper bevor ich die Reifeprüfung absolvierte. Engagiert hat mich Direktor Franz Schalk, dem ich die beiden Arien aus „Die Zauberflöte“ der „Königin der Nacht“ vorsang.

Zum „Einspielen“ war ich ein Jahr in Saarbrücken, sang dort die „Butterfly“, „Konstanze“, „Zerbinetta“, überhaupt das ganze Fach der sogenannten großen Koloratursängerin.

Nachher in Wien war ich infolge meiner Jugend Koloratursoubrette und mein Repertoire war Blondchen, Papagena, Olympia, Musette, Maskenball-und Hugenottenpage, Adele (Fledermaus), Ivonne (Jonny spielt auf), Ciboletta (Nacht in Venedig), Najade, Waldvogel, Anna (Intermezzo) u.s.w.

Während drei Festspielsommer wirkte ich bei den Salzburger Festspielen mit, das erste Mal bei der Reinhardt-Inszenierung bei „Turandot“ von Vollmöller, als „Nachtigall des Königs“.

Ich hatte auch eine große Anzahl von Gastspielen und war eine der meistbeschäftigsten Sängerinnen im Rundfunk.

Bei einem Gastspiel in den Wiener Kammerspielen „Rufen Sie Herrn Plim“ von Spoliansky hörte mich Nico Dostal, der eine Sängerin für seine erste Operette „Clivia“ suchte. Ich gefiel ihm und er engagierte mich für diese Rolle – und damit war meine weitere Tätigkeit als Sängerin besiegelt!

Ich sang nicht nur diese Uraufführung einer Operette Nico Dostals in Berlin, sondern auch die nächste, „Die Vielgeliebte“ (Schillertheater), weiters „Prinzessin Nofretete“ (Opernhaus Köln), „Extrablätter“ (Großes Schauspielhaus Berlin) und „Flucht ins Glück“ (Staatstheater Stuttgart).

Für den „Wintergarten“ in Berlin schrieb mir Nico Dostal einen musikalischen Scherz „Koloraturfox“.

Ich hatte unendlich viele Gastspiele mit diesen Operetten, in die mir Nico Dostal immer wunderbare Koloraturen schrieb und ich sang eigentlich – mit einer einzigen Ausnahme – fast nur noch Dostal. Lange schon war aus Dostal „Nico“ geworden und ich kann heute gestehen, dass es von mir aus Liebe auf den ersten Blick war. Wir heirateten im Juli 1942 und im Oktober 1943 wurde unser Sohn Roman geboren, der nun auch die musikalische Laufbahn als Dirigent wählte.

In der Wiener Staatsoper sang ich unter der Stabführung vieler namhafter Dirigenten wie Franz Schalk, Clemens Kraus, Richard Strauß, Furtwängler, Robert Heger und ein großes Erlebnis für mich war die Bekanntschaft mit Alban Berg:

Er hörte mich im Rundfunk und wollte mit mir seine neue Oper „Lulu“ studieren, was mich natürlich sehr interessierte. Er empfahl mich an Erich Kleiber und so sang ich unter dessen Stabführung die Welturaufführung der „Lulu-Suite“ an der Staatsoper „Unter den Linden“ im Jahre 1934 in Berlin.

Dasselbe sang ich auch danach in zwei Konzerten in Wien.

Wenn ich heute eine Aufführung der „Lulu“ höre, bin ich stolz darauf, die einzige Sängerin zu sein, mit der Alban Berg selbst diese Rolle studierte.

Wenn mein Mann im Kreise seiner Freunde von seinen Erlebnissen mit den großen Musikern und Persönlichkeiten, die er im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit kennenlernte, erzählte – auch private Episoden natürlich – wurde er stets bedrängt, diese Erzählungen zu Papier zu bringen. Und so verfasste er handschriftlich in seinem letzten Lebensjahr das Buch „Ans Ende deiner Träume kommst du nie …“. Leider erlebte er die Druckausgabe nicht mehr.

Mit Nico Dostal, der mich im Oktober 1981 für immer verlassen hat, war ich 40 Jahre verheiratet. Ich lebe nun mit meinem Sohn Roman und meiner Schwiegertochter Elisabeth an einem wunderschönen Fleck Erde mit der Aussicht auf die Festung Salzburg und die Bayrischen Berge in einem „Haus voll Musik“, das mein Mann und ich uns im Jahre 1954 erbauten.

Karte Claus-Dostal an Arleth im Dez.1985
Brief Claus-Dostal an Arleth vom 15.09.1991
Musikverein am 16.06.1995
Salzburger Nachrichten
Samstag
Unbekannt

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