BildDatenEhrungenposthume Ehrung
Komponist, Kapellmeister, Dirigent

geboren am 30.04.1870 in Komorn, Österreich-Ungarn (heute: Komárno, Slowakei)
gestorben am 24.10.1948 in Bad Ischl
beerdigt auf dem Friedhof in Bad Ischl

1940 Ernennung zum Ehrenbürger von Ödenburg (Sopron), Ungarn
1940 Verleihung der Goethe-Medaille
1940 Ehrenring der Stadt Wien
1948 Ernennung zum Ehrenbürger von Bad Ischl (14. Oktober)
1948 Umbenennung des ehemaligen Hoftheaters in Bad Ischl in „Lehártheater“
In Wien wurde eine Straßen nach ihm benannt
In München wurde eine Straßen nach ihm benannt
In Hamburg wurde eine Straßen nach ihm benannt
In Utrecht wurde eine Straßen nach ihm benannt
In Augsburg wurde eine Straßen nach ihm benannt
In Cloppenburg wurde eine Straße, sowie eine Grund- und Hauptschule nach ihm benannt
1970 Ausgabe einer 25-Schilling-Silbermünze zum 100. Geburtstag
1970 Die Ungarische Post gab anlässlich des 100. Geburtstages von Lehár eine Sondermarke heraus.
2005 Ein Asteroid wurde nach ihm benannt: (85317) Lehár
BiographieBühnenwerkeNotenblätterSendungPresse

Über kurz oder lang werden wir dorthin kommen, wo wir bereits vor mehr als hundert Jahren waren – wir werden ohne Reisepass von Wien nach Budapest, nach Krakau, Lemberg, nach Laibach, Agram, nach Triest fahren können – ein immenser Fort­schritt, nicht wahr?

Wie wunderbar, dass es im Reiche der Musik keine Staatsgrenzen gibt, dass trotz zweier Weltkriege Wien als Zentrum der Musik unangefochten geblieben ist.

So auch im Reiche der Operette, die „Goldene“ ging in die „Silberne Ära” mit Franz Lehar.

Geboren in dem damals noch „grenzenlosen Reich“ in Komorn als – ein graus­liches Wort – als „Tornisterkind“!

Vater, ein Militärkapellmeister, der ständig von Garnison zu Garnison zog. Der Bub bekam Musik schon mit der „Muttermilch“, so hatte „Lanzi“, wie Franz gerufen wurde, bereits mit 6 Jahren für seine geliebte Mutter ein Liedel ge­schrieben, kam mit 12 ans Prager Konservatorium, konnte dieses gratis besuchen, da er die Aufnahmsprüfung mit Vorzug absolviert hatte. 1888 erhielt er das Reifezeugnis als Geiger. Auch er wird Militärkapellmeister, pilgert von Losoncz nach Pola, von Triest nach Budapest, verschlaft eine Kaiserparade und kommt endlich nach Wien.

Bei einer Redoute der Fürstin Metternich wird 1899 sein Walzer „Gold und Silber“ ein Erfolg.  Der Marsch „Jetzt geht’s los“ schlägt ein und im November 1902 kommt am Theater an der Wien seine erste Operette „Wiener Frauen“ heraus. Ein Monat darauf, am 20. Dezember 1902 folgt im Carltheater „Der Rastelbindern und wieder im Dezember anno 1905 errang Franz Lehar den Welterfolg, der bis heute anhält: „Die lustige Witwe”, die bald 95ig Jahre wird und der ”Vater“ 105!! Dabei hat der Verleger Karczag, als Lehar die Melodien vorspielte, gesagt „also Musik is des kane”.

„Der Göttergatte“, „Das Fürstenkind“, „Zigeunerliebe“, „Eva“, „Die blaue Mazur“, „Wo die Lerche singt“, „Frasquita“, „Paganini“, „Giuditta“ sind Titel von Lehar Operetten, die folgten, seine Einfälle sprudelten.

Die Erfolge lagen Großteils auch bei seinem Freund und Interpreten, dem gran­diosen Tenor Richard Tauber. Als „Friderike“ auf die Bühne kam, meinten manche, dass die Person des Dichterfürsten Goethe keinesfalls in eine Operette passe – als Tauber „O Mädchen mein Mädchen“ sang, waren alle Kritiken verstummt.

Richard Tauber schenkte seinem Freund Le­har einen Flügel, der in der Ischler Villa nach wie vor steht und ich hatte die Ehre im Mai 1988 darauf zu spielen. Vielleicht kann nur der begreifen, der mit Musik so verbunden ist wie ich seit meinen Kindertagen, mit wel­chem Gefühl ich dort saß.

Oder ich denke an den ”Grafen von Luxemburg“: das Wiener Stadttheater (gibt’s auch schon lange nicht mehr) spielte diese Oper­ette vom Dezember 1947 an und Franz Lehar schickte zur 25. Aufführung allen Hauptdarstellern einen Lorbeerkranz … Auch meinem Vater, der damals den Fürsten Basil darstellte. War eine ntolle Besetzung“ – Gerda Scheyrer, Kammersängerin, Johannes Heesters gab den „Grafen“. Der Lorbeerkranz ist längst dahin, aber das Widmungsband Lehars hängt bei mir zu Hause, auch das Bild Heesters als „Graf von Luxemburg“!

Dann erlebten wir „Paganini“ im Raimundtheater mit Martha Eggerth und Jan Kiepura, sowie den „Zarewitsch“ und als ich April 1986 bei BBC-London zu Gast hatte ich Gelegenheit einer Aufnahme zuzuhören, die ein in England sehr bekannter Mode­rator – Benny Green – machte. Er plauderte, ähnlich meiner Sendungen, von anno dazu­mal über Komponisten und grade an dem Tag über Franz Lehar. Plötzlich unter­brach er die Aufnahme und fragte mich: „What means the yellow Jack?“ Also „Was ist der gelbe Hans?“

Darauf ich: „Da fehlen zwei Buchstaben, es sollte richtig ”the yellow jacket“ heissen. „Die Gelbe Jacke“ war die Oper­ette, die 1923 keinen Erfolg hatte und erst als „Land des Lächelns“ in Berlin durchschlagenden Erfolg erzielte.

Zwei kleine Buchstaben konnten dem Kollegen in London helfen …

1946 traf Franz Lehar seinen Freund Richard Tauber in der Schweiz. Von diesem Treffen existiert eine LP, der Mitschnitt eines Konzerts, eine Rarität, die ich ebenso besitze wie eine Kassette mit Taubers Stimme, in London herausgegeben.

19 Monate nach der Zusammenkunft in der Schweiz starb Tauber. Am 24. Oktober 1948 folgte ihm der Meister der Wiener und in­ternationalen Operette, dessen Werk weiterleben und noch Vielen nach uns Freude, Vergnügen und Heiterkeit bringen werden.

Wie meinte der Kritiker und Spötter Karl Kraus?

„Die Operette ist die Summe heiterer Unmöglichkeiten, die uns von den trostlosen Möglichkeiten des Alltags erholen lässt.“

Es war dazu eine Radiosendung zum 40. Todestag Franz Lehars am 17.Oktober 1988 unter dem Titel „Wien, du bist das Herz der Welt“.

Text von Emmerich Arleth

Rodrigo, Oper in einem Vorspiel und einem Akt
Kukuška, Lyrisches Drama in drei Aufzügen
Tatjana, Oper in drei Akten
Wiener Frauen, Operette in drei Akten
Der Schlüssel zum Paradies, Operette in drei Akten
Der Rastelbinder, Operette in einem Vorspiel und zwei Akten
Der Göttergatte, Operette in einem szenischen Prolog und zwei Bildern
Die Juxheirat, Operette in drei Akten
Die lustige Witwe, Operette in drei Akten
Peter und Paul reisen ins Schlaraffenland, Operette für Kinder in einem Vorspiel und fünf Bildern
Mitislaw der Moderne, Operette in einem Akt (Parodie auf Die lustige Witwe)
Der Mann mit den drei Frauen, Operette in drei Akten
Das Fürstenkind, Operette in einem Vorspiel und zwei Akten
Der Fürst der Berge
Der Graf von Luxemburg, Operette in drei Akten
Zigeunerliebe, Romantische Operette in drei Bildern
Garabonciás diák, Romantisches Singspiel in drei Akten
Eva, Operette in drei Akten
Rosenstock und Edelweiss, Singspiel in einem Akt
Die ideale Gattin, Operette in drei Akten
Endlich allein, Operette
Schön ist die Welt, Operette
Der Sterngucker, Operette
Libellentanz (Die drei Grazien), Operette
La danza delle libellule, Operette in drei Akten
Gigolette, Operette
Wo die Lerche singt, Operette in vier Bildern
Die blaue Mazur, Operette in zwei Akten und einem Zwischenspiel
Frühling, Singspiel in einem Akt
Frühlingsmädel
Frasquita, Operette in drei Akten
Komische Oper
Die gelbe Jacke, Komische Oper
Das Land des Lächelns, Romantische Operette in drei Akten
Clo-Clo (später Lolotte), Operette in drei Akten
Paganini, Operette in drei Akten
Der Zarewitsch, Operette in drei Akten
Friederike, Singspiel in drei Akten
Giuditta, Musikalische Komödie in fünf Bildern

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