Alexander GIRARDI

BildDaten
Schauspieler, Operettensänger

geboren am 05.12.1850 in Graz
gestorben am 20.04.1918 in Wien
beerdigt in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (33E-9-16)

BiographieDiscographieOrig. Fotos

In der Leonhardstraße 28 in Graz erblickte am Krampustag, den 5. Dezember 1850 Alexander Girardi als jüngster von fünf Geschwistern das Licht der Welt.

Sein Vater, Andreas Girardi, lebte ursprünglich in Ampezzo in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien , übersiedelte in die Steiermark, erlernte in Knittelfeld das Schlosserhandwerk und gründete sodann in Graz eine Schlosserwerkstatt. Er ehelichte Maria (geb. Spindler). Andreas Girardi entstammte einem der ältesten Adelsgeschlechter Siziliens.

Im Jahr 1858 verlor Alexander in jungen Jahren seinen Vater. Er absolvierte nur drei Klassen Volksschule und begann mit 11 Jahren eine Schlosserlehre und schloss diese vier Jahre später mit der Gesellenprüfung ab. Die Mutter heiratete ein zweites Mal, den Gesellen der Schlosserwerkstatt, und führte mit ihm den Schlossereibetrieb weiter.

Schon während der Lehre entdeckte Alexander die Liebe zum Theater. Er arbeitete mit seinem Meister im Landestheater Graz. So blieb er dann oft während den Vorstellungen und zeigte großes Interesse. Gemäß einer Anekdote hatte er die Aufgabe das klemmende Schloss von Johann Nestroys Koffer zu reparieren und erhielt dafür einen Gulden.

Sein erstes Engagement als Schauspieler trat Alexander Girardi an, indem er trotz Ablehnung seines Stiefvaters der Laienschauspielgruppe „Die Tonhalle“ beitrat. Bis zum Ableben seines Stiefvaters im Jahr 1868 arbeitete er noch als Schlosser, dann widmete er sich ganz der Bühne – in den Anfängen insbesondere an den kleinen Theatern, wie in der Steiermark, Krems, Bad Ischl, Karlsbad und Salzburg. Später gab auch es gute Engagements in Berlin, Hamburg und Dresden.

Im Jahr 1871 übersiedelte Girardi ans Wiener Strampfer-Theater, in Stücken wie z.B. „Nur zwei Gläschen“. Mit seinen Partnern Josefine Gallmeyer und Felix Schweighofer spielte er sich in die Herzen des Publikums.

1874 erhielt er ein Engagement am Theater an der Wien, wo er 22 Jahre lang tätig war.

Obwohl Girardi nie eine schauspielerische oder gesangliche Ausbildung genoss, feierte er hier seine größten Erfolge als Gesangskomiker und Volksschauspieler. Vor allem als „Valentin“ mit dem „Hobellied“ in Ferdinand Raimunds „Der Verschwender“.

Die Wiener Fiakerzunft feierte 1885 im Wiener Prater ihr hundertjähriges Bestehen. Die Fürstin Pauline Metternich organisierte diese große Veranstaltung mit tausenden Zusehern. Dazu entdeckte Sie Gustav Pick’s „Fiakerlied“, das noch unbekannt war. Die Präsentation dieses Liedes sollte aufwendig und von einem bekannten Künstler erfolgen. So trat sie an den bereits berühmten Alexander Girardi mit der Bitte heran, dieses Lied vorzutragen. Nach anfänglichem Zögern sagte Girardi zu und fuhr am 24. Mai 1885 im Prater als Fiaker im offenen Zweispänner vor. Hier präsentierte er die Uraufführung des heute so bekannten „Fiakerliedes“, das den Berufsstand der Fiaker zu einer neuen Blüte führte.

1893 heiratete Alexander Girardi die bildhübsche Schauspielerin Helene Odilon. Bereits auf der Hochzeitsreise bahnte sich eine Liaison mit dem Bankier Albert Baron Rothschild an.

Alexander war eifersüchtig und stellte sie oft zur Rede. Helene versuchte mit Hilfe von Ärzten, Alexander für geisteskrank zu erklären und in eine Nervenheilanstalt einweisen zu können. Er floh zu Katharina Schratt, die mit Hilfe von Kaiser Franz Josef und einem ordentlichen Gutachten Girardis Gesundheit bestätigte, die Angelegenheit bereinigte und zur Scheidung führte.

Dadurch wieder frei von privaten Problemen stürzte er sich ins Theaterleben und spielte 1896 und 1897 am Carltheater in Wien.

1898 und 1899 folgte ein Engagement am Deutschen Volkstheater in Wien und an anderen großen Bühnen.
Im Oktober 1898, heiratete Girardi in Bad Ischl Leona Latinovits, die Stieftochter von Ludwig Bösendorfer, die ihm 1899 den Sohn Anton Maria schenkte.

1908 wirkte Girardi erstmals in dem Film „Fiakerlied“ mit. 1913 folgte noch der Spielfilm „Der Millionenonkel“, Drehbuch Ernst Marischka.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges verabschiedete sich Alexander Girardi von der Bühne und kehrte nach Graz zurück. Trotz schweren Diabetes nahm er anfangs 1918 sein letztes Engagement als „Fortunatus Wurzel“ in Ferdinand Raimunds „Der Bauer als Millionär“ am Wiener Burgtheater an.

Nach einer Beinamputation als Folge der Diabetes verstarb Alexander Girardi am 20. April 1918 an einer Lungenembolie. Er wurde in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof beerdigt.

Anekdoten:

Bis heute bekannt ist sein „Girardi-Hut“ – ein flacher Weizen-Strohhut mit gerader Krempe und einem Umbind in rot/blau.

Auf Girardi selbst soll auch der sogenannte „Girardi-Rostbraten“ zurückgehen. Er selbst war bei Katharina Schratt eingeladen, die gleichzeitig auch Kaiser Franz Joseph I. bewirtete. Da Girardi mehr dem Gemüse zugetan war, während der Kaiser das Fleisch bevorzugte, wies Frau Schratt ihre Köchin an, das Rindfleisch mit sehr viel Gemüse zu bedecken, so dass das Fleisch nicht mehr zu sehen war.

Rosita S. Romano
im Mai 2022

Schellack

Alexander Girardi - Schellack

Jahr
Land
Label
Interpret
Titel
Gramophone Concert Rec. G.C.-3-42002/03
Alexander Girardi
Ackerlied / Fiakerlied
A-H
Gramophone Concert Rec. G.C.-3-42004/05
Alexander Girardi
Hobellied (aus "Der Verschwender") / Das Höchste, was es gibt (aus "Immer oben auf")
A-H
Gramophone Concert Rec. G.C.-3-42442
Alexander Girardi
Mutterlied
Flexi

Alexander Girardi - Flexi

Jahr
Land
Label
Interpret
Titel
A
Chemofux
V.A.
Stimmen, die die Welt veränderten
Vinyl 12LP

Alexander Girardi - 12" Vinyl LP

Jahr
Land
Label
Interpret
Titel
D
Das Beste Reader's Digest TAE 564 (6LP)
V.A.
Das Beste aus 100 Jahren
D
Discophilia UG-G-2
Alexander Girardi
Alexander Girardi I
D
Discophilia UG-G-3
Alexander Girardi
Alexander Girardi II
A
Paltram WL-607
V.A.
Kapazitäten - Kuriositäten - Raritäten
A
Paltram WL-611
Alexander Girardi / Hansi Niese
Alexander Girardi / Hansi Niese
A
Polydor 2371 719
V.A.
Schlager des Jahrhunderts
1977
D
Ariola 28 233 XFU (3LP)
V.A.
Aus der Jugendzeit der Schallplatte
1977
D
Polydor 27 587-5 (3LP)
V.A.
Das Programm des Jahrhunderts
Diese originalen Fotos wurden dankenswerterweise von Manfred Grössler zur Verfügung gestellt
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