

Pseusonym: Fred Sila
Alleinunterhalter, Buchautor, Komponist, Musiker (Akkordeon, Klavier), Textautor
geboren am 03.08.1919 in Millstatt/Kärnten
gestorben am 07.08.2019 in Wien
beerdigt in Wien auf dem Friedhof Neustift am Walde (Gruppe U2, Nummer 52)
Siegfried Lang wurde am 3. August 1919 in Millstatt/Kärnten als drittes Kind des Postbeamten Hugo Lang und dessen Gattin Mimi geboren. Väterlicherseits wurde Hausmusik seit Generationen gepflegt. Gemeinsam mit seinen beiden älteren Schwestern Vilma und Irma wuchs er in einem geborgenen familiären Umfeld auf. 1922 starb nach schwerer Krankheit seine geliebte Mutter. Der Vater heiratete bald wieder und zog mit seiner Familie nach Hermagor um, wo Siegfried seine Volksschulzeit verbrachte. Bereits dort fiel seine musikalische Begabung auf, musste er doch im Mädchenchor als Stimmhalter fungieren. Auch begann der private Klavierunterricht. Der Vater wiederum begründete bzw. leitete ein großes Blasorchester.
1929 erfolgte ein weiter Umzug nach Klagenfurt, wo Siegfried das Realgymnasium besuchte und am Konservatorium zu Klagenfurt Unterricht in Klavier und Harmonielehre studierte. Bereits im Rahmen von Schülerveranstaltungen zeigte sich sein musikalisch-literarisches Talent. 1937 erfolgte die Matura am Realgymnasium.
1937-1939 studierte Siegfried auf Wunsch des Vaters und seines Taufpaten Pharmazie in Graz, was wirklich nicht in seinem Interesse stand. Der Wunsch nach einer musikalischen Tätigkeit wurde immer größer.
1939-1945 waren geprägt vom Kriegsdienst und kurzer Zeit amerikanischer Gefangenschaft. In dieser Zeit entstanden trotz der erlebten Gräuel erste Kompositionen.
Ab 1945 wurde Wien sein Lebensmittelpunkt, wo er an der Musikakademie bei Professor Uhl Harmonielehre und Kontrapunkt als Hauptfach studierte.
1948 datiert die erste solistische Rundfunktätigkeit im damaligen amerikanischen Sender Blue Danube Network als Akkordeonsolist, der später diverse solistische Aufnahmen bei anderen Sendestationen folgten (Improvisationen am Klavier, Sendereihe „Tanzende Tasten“ an 2 Klavieren mit Ernst Burg, u.a.m.). In diese Zeit fällt auch die Gründung seines „Wiener Akademischen Swingtetts“.
Ab 1949/50 wurden bei Radio Wien die ersten von ihm komponierten bzw. textierten Titel (z.B. „Ohne Liebe wär die Welt ..“, „ Man sagt, dass draußen schon die letzten Rosen blühn“ mit dem Orchester Johannes Fehring aufgenommen.
1950 war er auch als Begleiter von Farkas Revuen im Kabarett Weihburg tätig. In diese Zeit fielen auch zahlreiche Engagements national und international als Alleinunterhalter oder mit eigenem Ensemble z.B. in renommierten Hotels in Zell am See, Velden, Bregenz, Bad Gastein, Luzern, Zürich, München, Salzburg oder St. Anton am Arlberg. Bei letztgenanntem Engagement lernte er 1954 seine spätere Frau Brunhilde kennen und lieben. Er war vom Hotel Mooserkreuz, wo er spielte, in der kleinen benachbarten Pension der Eltern von Brunhilde eine Saison lang einquartiert – viel Zeit, sich zu verlieben. 1959 wurde schließlich in Wien geheiratet. Das frisch vermählte Paar bezog eine Wohnung im 3. Wiener Gemeindebezirk.
Von nun an konzentrierten sich auch viele Tätigkeiten von Siegfried Lang auf Wien, sei es durch Auftritte im Vorläufer des ORF, der RAVAG, oder durch die Tätigkeit als Musikpublizist in Fachzeitschriften wie das „Internationale Podium“. 1951 erfolgte die Auszeichnung mit zwei Nummern im „Schlager der Woche“ in der RAVAG-Sendung „Schlagertoto“. Er begann auch seine kompositorische Tätigkeit mit prominenten Wienerlieder-Autoren. Es entstanden Wienerlieder wie „Das alte Riesenrad“, „Das Denkmal vom lieben Augustin“, „Grüass di Gott“, „Von der Bastei zum Donauturm“ und „Man soll halt net alt werd`n“. Ein besonderes Denkmal setzte er auch Pötzleinsdorf, einem Teil des 18. Wiener Gemeindebezirks, in den er 1967 übersiedelt ist und dort bis zu seinem Tode wohnhaft bleiben sollte. „Mein liebes Pötzleinsdorf“ wurde zur Hymne dieses Stadtteils und auch 1983 zur Zweihundertjahrfeier der Pfarre Pötzleinsdorf von Heinz Holecek und der Gemeinde gesungen.
Sein musikalisches Schaffen erstreckte sich aber auch auf sogenannte gehobene Unterhaltungsmusik und österreichische Volksmusik-Blasmusik. Der Großteil der Werke ist bei in- und ausländischen Musikverlegern untergebracht und zahlreiche Titel wurden im Rundfunk oder auf insgesamt 90 Tonträger aufgenommen.
Seit 1949 gehörte er der AKM an, seit 1958 als deren ordentliches Mitglied. Später erfolgte die Berufung in die Programmprüfungskommission (PPK) der AKM, deren Vorsitzender er in der Folge für Jahrzehnte war. 1960 wurde er Mitglied beim Öst. Komponistenbund (ÖKB), später Vorstandsmitglied, ab 1990 war er als Konsulent im Arbeitskreis Unterhaltungsmusik tätig.
1969 kam seine Tochter Eva Claudia auf die Welt. Auch sie bekam eine musikalische Ausbildung und lernte acht Jahre lang Klavier an der Musikschule der Stadt Wien. Allerdings liegen ihre Talente mehr im naturwissenschaftlichen Bereich.
1986 datiert die Veröffentlichung seines „Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhundert“ und dessen Nachtrag 1996.
1987 erfolgte die Ernennung zum „Professor“.
Zeit seines Lebens verfasste er rund 300 Werke als Komponist und/oder Textautor und war auch weiterhin als Musikpublizist tätig. In den 80er und 90er Jahren war es eine beliebte Tätigkeit seiner Tochter, in den Rundfunkprogrammen die Nummern des Vaters anzustreichen, die aufgeführt wurden. Er war gern gesehener Gast in zahlreichen Radiosendungen wie etwa von Emmerich Arleth, Rosemarie Isopp oder Peter Fichna.
Er erhielt Zeit seines Lebens viele Auszeichnungen, die letzte 2018 durch die Wienerliedvereinigung Robert Posch für sein Lebenswerk.
Nach einer schweren Bypass-Operation 2009, zog er sich immer mehr ins Privatleben zurück, ließ es sich aber nicht nehmen, bis zu seinem 98. Lebensjahr immer noch die PPK-Sitzungen in der AKM zu leiten. In den letzten Lebensjahren machte ihm der fortschreitende Hörverlust viel Kummer, konnte er doch seine geliebte Musik kaum mehr hören und nicht mehr Klavierspielen.
Er verstarb nach kurzem, schwerem Leiden wenige Tage nach seinem 100. Geburtstag in Wien, für dessen Erreichung er seine letzten Kräfte mobilisiert hat. Die große Feier musste krankheitsbedingt abgesagt werden, aber in kleiner Runde konnten ihm noch der damalige ÖKB-Präsident, Alexander Kukelka, und sein Nachfolger als PPK-Vorsitzender, Gus Seemann, gratulieren, die auch die Trauerreden auf seinem Begräbnis hielten.
MR DI Dr. Eva Claudia Lang, geboren am 10.8.1969,
Matura 1987, Studium der Lebensmittel- und Biotechnologie an der BOKU Wien,
Promotion 1996 summa cum laude,
ab 1997 Bundesbedienstete im Gesundheitsministerium, Fachexpertin für Gesundheitswesen
– 1951 mit zwei aus RAVAG-Sendung „Schlager der Woche“ ausgewählten Titeln beim Schlagertoto im Wiener Konzerthaus.
– 1968 Hut vom lieben Augustin in Bronze von der „Robert-Posch-Vereinigung„ ![]()
– 1968 Robert-Stolz-Plakette
– 1980 Erster Preis für „Nix dauert ewig“ beim Wettbewerb „Wienerisch soll’s sein“
– 1987 Verleihung des Berufstitels „Professor“
– 1989 Großes Ehrenzeichen des Landes Kärnten ![]()
– 1992 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien ![]()
– 1992 Goldenes Wienerherz von der „Robert-Posch-Vereinigung“ (06.12.1992)
– 2000 Goldene Ehrennadel des ÖKB | Österreichischer Komponistenbund ![]()
– 2008 Senator des ÖKB
– 2018 Ehrenplakette zum 99. Geburtstag von der „Robert-Posch-Vereinigung„

Siegfried Lang: Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhundert Als Fortsetzung und Erweiterung des 1974 erschienen „Almanach der österreichischen Unterhaltungskomponisten des 20. Jahrhunderts“ entstand das „Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhundert“, das eine immer noch vorhandene Lücke auf dem Sektor einschlägiger Werke ausfüllen helfen soll. 1986 Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhundert:

1996 Nachtrag zum Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhundert:


Das alte Riesenrad:

Sendung vom 03.06.1969:

Sendung vom 28.07.1984:

Sendung vom 31.07.1989:

AKM Informationen:

Autorenzeitung:

Café Journal:

Der liebe Augustin:

Jahrbuch ÖKB:

Österreichische Musik Zeitschrift:

Podium:

Raimund-Theater:

Wienerlied aktuell:




























