Horst CHMELA

Horst CHMELA

Gesang, Liedermacher, Musiker

geboren am 29.10.1939 in Wien
gestorben am 22.11.2021 in Wien
beerdigt auf dem Wiener Zentralfriedhof

– Goldener Rathausmann
– Goldenes Verdienstkreuz des Landes Wien
– 1987  Ehrenmedaille der Stadt Wien
– Die Goldene Rose der Hermann-Schneider-Musikverlage (Warner-Chappel)
– die Robert-Stolz-Medaille von der Robert-Posch-Vereinigung
– die „Krone der Volksmusik“ in Deutschland
– 2019  Hermann-Leopoldi-Preis
– 2019  Hut vom lieben Augustin in Bronze von der Robert-Posch-Vereinigung
– WALK OF THE STARS im Wiener Gasometer
– mehrmalige Auszeichnungen seiner Tonträger mit Gold und Platin


Am 29. Oktober 1939 kam Horst Chmela als sechstes Kind seiner Mutter – Marie Chmela – in Wien 16., Ottakring, zur Welt.

Der zweite Weltkrieg hatte begonnen und eine harte Zeit kam auf die Menschen zu. Klein Horst und sein um 9 Jahre ältere Bruder Kurt wuchsen mit der Mutter in einer Zimmer-Küche-Wohnung auf. Wasser und WC waren auf der Stiege. Nach seinem 3. Geburtstag starb sein Vater. Es war eine schwere Zeit für Mutter und Kinder (2. Weltkrieg – 1945).

Als die Bomben auf Wien fielen wurde die Familie ins Waldviertel, N.Ö., evakuiert. Dort arbeitete die Mutter für Essen und Herberge und Klein-Horsti wurde zum Hiata-Buam. 1946 ging er auch fischen – nicht immer den Regeln entsprechend. Eine gefundene Handgranate (ein Kriegsrelikt) flog in den Fischteich und die 3-4 toten Fische wurden nach Hause gebracht.

Nach Ende des Krieges ging der kleine Horst in Wien zu Schule. Nachmittags war er in den Wiener Ruinen  auf die Suche nach Buntmetall. Mit dem Verkauf musste er die Mutter unterstützen.

Schon in der Volksschule war sein musikalisches Talent erkennbar. Er wurde im Schulchor zum ersten Solo-Sänger ernannt. Aber Horst nahm diese Verpflichtung nicht sehr ernst, denn es zog ihn meistens nach Dornbach, wo er in der Knabenmannschaft des Wiener Sportklub lieber Fußball spielte.

Es folgte eine Schuhmacher-Lehre. 1957 Abschluss der Gesellenprüfung – 1960 war er nach bravourös bestandener Meisterprüfung, Österreichs jüngster Schuhmacher-Meister.  Seine kreative Ader bewies er damals schon mit den Entwürfen eigener Schuhmodelle.

Ab 1958 sang er R&R und Amischlager und  die Musik ließ ihn nicht mehr los. Sein Bruder Kurti  schenkte ihm eine Gitarre.  Es wurden Songs von Fats Domino, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis etc. nachgespielt. So war Horst einer der ersten Rock’n Roller Österreichs, der bereits 1958 seine ersten Auftritte in legendären Wiener Jugendclubs wie „Akropolis“ oder „Schwarzen Panther“ hatte.

Nach Beendigung seines Wehrdienstes gründete er 1959 mit den „Blue Gamblers“ seine erste Band mit respektablen Anfangserfolgen. Und 1960 entsteht die legendäre „Sunset Combo“. Es folgte ein Vertrag mit Elite Special und 1964 die erste Single – „Symphony d‘ Amore“, sowie ein Titel auf Polydor: „Mädchen die weinen“ waren gleich erfolgreiche Eigenkompositionen (Hit Parade 2. Platz)

1965 dann sein großes privates Highlight: Er heiratet seine Frau Ingeborg, mit der er 2 erwachsene Kinder hat und bis heute glücklich zusammenlebt.

1969 löste sich die Gruppe auf Grund verschiedener Meinungen zum Thema Wehrdienst auf. Also machte Horst allein weiter und konzentrierte sich mehr und mehr auf eigene Texte und Kompositionen. Und so entstand 1970 sein wohl größter Erfolg. Das mittlerweile bereits zum Volkslied gewordene „Einer hat immer das Bummerl“. Bis heute gibt es mehr als 200 Cover-Versionen davon.

1974 schenkte ihm seine Frau Ingeborg einen Sohn – Horst Junior, dem 1977 Tochter Daniela folgte und das Familienglück vollständig machte.

Aber Horst ließ seinen musikalischen Ideen weiterhin freien Lauf. Und so entstanden 1987 und 1990  seine nächsten Superhits : „Der depperte Bua“ und „Her mit meine Hennen, der ‚Gockala‘ is da“. Diese wurden und werden  in allen deutschsprachigen Ländern – von Wien über Österreich, die Schweiz und Deutschland in allen diversen Dialekten von tausenden Musikanten zu Freude der Fans gesungen. Ein neuer Musikstil war geboren – Der Schlager der Volksmusik“.

Neben dieser Superhits produziert Horst Chmela bis heute immer wieder sehr erfolgreiche Lieder („Alle meine Busserln“, „I wia narrisch“, „Mama, geh‘ bitte schau oba“, „Mama bring a Bier“, „Die Gassenkinder“ u.v.a.).

Dadurch entstand eine sehr große Fangemeinde, der er auch seine 3 Platin- und 5 Goldenen-Schallplatten zu verdanken hat. Und das eigentlich ganz ohne öffentlichen Rundfunk, deren verantwortliche Mitarbeiter ihn offensichtlich nicht richtig einordnen konnten oder wollten. So wurde er in den letzten 30 Jahren kaum im ORF gespielt.

Eine harte, wahre Lebensgeschichte von einem großen Künstler – Horst Chmela

Robert Wiaderni
nach Gesprächen mit Horst Chmela
im August 2018

Am 22.11.2021 ist Horst Chmela von uns gegangen. Horst, Du hast so viele Lieder in unser Herz und Seele geschrieben. Deine Musik wird immer bei uns sein und Du wirst unvergessen bleiben.
Ruhe in Frieden.

Prominente Meinungen

Wien, 2010
Horst Chmela hat bis zum heutigen Tag 550 Lieder geschrieben (Text und Musik)
Sein Lied: „Ana hat immer das Bummerl“ (1970) wurde in Deutschland und in der Schweiz von bekannten Künstlern gesungen und ebenfalls aufgenommen. (200 Cover Versions). Es wurde zum Hit und von tausenden Musikern für ihre Fans und Freunde gespielt.
Der Tepperte Bua“ wurde 1985 In Deutschland von Hans R. Beierlein – Montana München – produziert und in Deutschland der Schweiz und in Österreich verkauft. (150 Cover Versionen).
Auch „Der Gockala – Her mit meine‘ Henna“ gecovert (Div. Sampler und Coverversionen – 2,5 Mill.) und wurden von tausenden Musikern für ihre Fans LIVE gespielt.
Die Leute wollten sie eben hören.
Horst Chmela ist einer der meist LIVE gespielten und gecoverten Liedermacher und Interpret im deutschen Sprachraum.  In kleinen, großen und Hallen – Festzelten und Gaststätten begeistert er sein Publikum mit Liedern, die sein Leben schreibt. Eben ein Patriot und Rebell der Wahrheit.

Prof. ERICH SCHÜTZ, Volksmusikforscher und Mitarbeiter von ,,WYLO’’ Austrian American Broadcasting – Milwaukee USA:
Horst Chmela ist ein Street-Hero, ein Mann, der durch die Menschen, die ihn lieben, zur Legende geworden ist. Nur zu vergleichen mit den großen Country-Stars der 50er und 60er Jahre in den USA. Für Österreich ist er „Ein lieber Augustin“ der heutigen Zeit.

HANS R. BEIERLEIN, Generalmanager Montana Media/BRD:
,,Der liebe Augustin unserer Tage’’ ist das größte Kompliment, das man einem Sänger oder Schauspieler machen kann; denn diese Auszeichnung will sagen, dass der Ausgezeichnete die Sprache des Volkes spricht und einer aus dem Volke ist. Bei Horst Chmela ist alles echt. Er hat sich nie verstellt, er wird sich nie verstellen und er muss sich nicht verstellen. Kein Hauch von schauspielerischer Koketterie, kein Anflug von Star-Allüren und nicht die Spur von Arroganz. Solche haben es in den Medien oft schwer, aber sie tauschen diesen Nachteil dagegen ein, dass sie von den Menschen geliebt werden. Es hat lange gedauert, bis das Fernsehen seine Studio-Türen für Horst Chmela öffnete und Veranstalter ihm ihre Bühnen zur Verfügung stellten. Doch wann immer es geschah, dann haben Fernsehen und Veranstalter das große Los gezogen. Die Menschen jubelten Horst Chmela zu und ließen manchen hochgelobten und hochgespielten Kollegen neben ihm sehr alt ausschauen. Einige seiner Lieder wurden auch in Deutschland zu Evergreens. Ein ebenso alter wie wahrer Spruch heißt: Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Man kann auch sagen: Wo Horst Chmela singt, da lass dich nieder, denn nur fröhliche Menschen singen seine Lieder.

Dr. HELMUT ZILK, Altbürgermeister der Stadt Wien:
Horst Chmela zählt zu den wichtigsten Vertretern eines mir besonders am Herzen liegenden Genres – des Wienerliedes – und er konnte auf diesem Gebiet Unglaubliches vollbringen. Seine Vielseitigkeit ist ebenso groß wie seine Popularität und wird immer wieder neu unter Beweis gestellt.

Dr. MICHAEL HÄUPL, Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien:
Horst Chmela – ein Ottakringer Original mit Musik im Blut und dem Herz am rechten Fleck – ist aus der Wiener Musikszene nicht wegzudenken. Lieder wie ,,Ana hat immer das Bummerl’’ oder ,,Der Gockala is da’’ sind schon richtige Wienerische Klassiker geworden. Die Begeisterung seiner Fans bei den Konzerten zeigt, dass sein echter Schmäh – gepaart mit zündenden Rhythmen und ins Ohr gehenden Melodien – die richtige Mischung ist. Ich wünsche mir noch einige typische Hits aus seiner Feder. 

PETER MARBOE, Amtsführender Stadtrat für Kultur von Wien:
Horst Chmela hat mich stets durch seine eigenwillige Künstlerpersönlichkeit beeindruckt. Er ist für mich der Repräsentant des echten Wienerliedes schlechthin. Wie kaum ein anderer Sänger dieses Genres hat er so vielen Menschen mit seiner Kunst Freude bereitet.

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