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Conférencier, Textautor

geboren am 22.01.1913 in Wien
gestorben am 01.02.1987 in Wien
beerdigt in Wien auf dem Friedhof Südwest

BiographieKorrespondenzSendungen

Heinz Bassler ist für mich nicht nur ein erstklassiger Textautor gewesen, er war mit seiner Frau Maria (Grassinger) nach 1945 unter dem Namen „die Wiener Spazierer“ ein gesuchtes Duopaar „Grassinger-Bassler“. Sie waren bei allen Nachkriegsveranstaltungen, bei allen Gastspieldirektionen tätig.

Heinz Bassler, ein 13ener Jahrgang, in Wien-St.Veit geboren, sollte er, wie sein Vater, Arzt werden.

Schon während seines Medizinstudiums (8 Semester) hat er „Verserln geschmiedet“. Diese Gedichte wurden in Zeitungen gedruckt und haben sein Taschengeld aufgebessert.

Den ersten Weltkrieg hat er als Kind erleben, den zweiten als Soldat mitmachen müssen. So wurde aus dem Medizin- ein jahrelanges Militärdasein. Sein natürliches Talent half ihm hier, denn er wurde „Haus- und Leibdichter“ seiner Einheit. Zurückgekehrt hat er sein Studium nicht fortgesetzt. Um überhaupt leben zu können, trat er bei verschiedensten Konzertagenturen, bei Einzelveranstaltungen als Conférencier auf. Bis in die Schweiz – damals ein „paradiesisches Land“ für die ausgehungerten Österreicher – verschlug es ihn, mit dem „Wiener Lachfigurenkabarett“. Auf einer dieser Tourneen traf er dann seine Maria, die mit ihm auf der Bühne als „Wiener Spazierer“ die Erfolge und sein Leben als seine Ehefrau bis zu seinem Ende teilte.

Neben seiner künstlerischen Arbeit war Heinz Bassler unter Tags ein gesuchter Fahrlehrer. Aus seiner Praxis ein Satz: „Wenn Männer schlecht fahren, fahren’s miserabel. Fahren Frauen schlecht, so doch bezaubernd.“

Fleißig wie Heinz seine Fahrschüler betreute, so fleißig verfasste er Texte, Prosa, Sketches, Chansons, Schlager und Wienerlieder. Einige seiner Nummern: “Frauen aus Wien“, “Bitte gleich, bitte sehr“, “Hinterm Oferl sitzt ein Knoferl“, „Einmal der Gigl, einmal der Gogl“, “In Wien ist die Liebe wie Walzermusik “ – sämtliche Titel von Albert Bachrich vertont. „O mia bella Signorina“, “Träumender Wienerwald“, “Träumendes Wien“ – Musik von Bruno Hauer, sowie die “Musikalische Fahrschule.

Eine köstliche Erinnerungsgeschichte, welche mir Heinz, im Zusammenhang mit Wondra und Zwickl erzählte:

Es war auf einer Tournee durch Österreich. Sie – also “die Wiener Spazierer Bassler / Grassinger“ fuhren mit der Bahn, dabei Wondra und Zwickl, Karl Hruschka, Ernst Track. Jeder versuchte auf dem Weg zum nächsten Auftrittsort im Zug ein wenig zu schlafen. Plötzlich eine Stimme “Zigarren, Zigaretten, Getränke, bitte“. Alles schreckte aus dem Halbschlaf, niemand kam! Also in dem eintönig, einschläfernden Rädergeräusch des Zuges wieder einnicken versuchen. Neuerlich “Zigarren, Zigaretten, Getränke, bitte“ und wieder niemand der kam! Verwünschungen wurden laut, bis man draufkam, Ferry Wondra hatte sich einen Spaß mit den Kollegen erlaubt.

Es war einer der wenigen, sonnigen Februartage des Jahres 1987, als wir Heinz Bassler, das letzte Geleit gaben. Er ist am 1.2.1987 von uns gegangen.

Ich erinnere mich, dass auch die Witwe nach Franz Borsos und Gretl Lustig, die Frau und Witwe nach Max Lustig, dem ausgezeichneten und geistreichen “Plauderer“ dabei waren.

Text von Emmerich Arleth

Maria Grassinger an Emmerich Arleth am 24.03.1993
Sendung vom 09.01.1978
Sendung vom 16.05.1978
Sendung vom 27.08.1979

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