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Musiker (Saxophon)

geboren am 17.07.1943 in Wien

BiographieDiscographie

Vater Graf ist sehr musikalisch. Er spielt Klavier, Geige, Mandoline und Cello und hat eine ebenso musikalische, zitherspielende, Gattin. Und als ihnen am 17. Juli 1943 in Wien Söhnchen Herbert mit einem ersten – musikalischen? – Schrei seine irdische Ankunft anzeigt, wurde er schon gleichsam als Musiker geboren.

Die Kriegswirren lassen Klein-Herbert seine ersten Kindheitsjahre in der Tschechoslowakei und in der Folge in Oberösterreich (Lambach, Taufkirchen, Grieskirchen) erleben. Es dauert bis 1947, bis seine Eltern mit ihm endgültig nach Wien zurückkehren.

Soweit sich Herbert GRAF zurückerinnern kann, lebt in ihm der Wunsch Musiker zu werden. Also wurde er auch bereits im zarten Alter von 5 Jahren in die Kunst des Zitherspiels eingeweiht. Doch dabei blieb es nicht sehr lange, denn schon bald kam die Geige als Instrument dazu.

Mittlerweile begann Herbert seine Volksschulzeit in Wien 10., in der Keplerschule abzudienen. Hier hat er noch Zeit auch einem anderen Hobby als der Musik zu frönen – Herbert bastelt gerne. Vor allem Modellflugzeuge aus Holz haben es ihm angetan. Offensichtlich hat er auch hier großes Talent gezeigt, denn ganz in der Anfangszeit unseres Fernsehens war er schon 1953 in der TV-Reihe „Wer bastelt mit?“ zu sehen. In der Folge holte man ihn noch 1955/56 zur RAWAG, dem damaligen österreichischen Rundfunk.

Nach dem Wechsel in die Leibnitzschule fand er aber auch noch spielend Zeit, sich so ab ca. 1955/56 mit Klarinette und Saxophon vertraut zu machen und stark zu Klavier und Trompete zu tendieren. Gemeinsam mit seinem Cousin gründete er eine erste Schülerband und 1957/58 die COLIBRIS. Hier konnte er mit dem Repertoire der Gruppe auch seinem Vorbild Harry James nacheifern.

1957 begann Herbert seine Lehre als techn. Großhandelskaufmann in einem Wiener Werkzeuggroßhandel. 1958 erstand er sein erstes Sohner-Tenor-Saxophon und spielte ab 1959 parallel in diversen 5-6 Mann Combos. 1960/61 wechselte er zum BERT FORELL SEXTETT, aus dem 1966, quasi durch Fusion mit den RANGERS – bei denen Herbert seit 1963 spielte – die bereits legendären V-RANGERS hervorgingen. Überhaupt war das Jahr 1963, in dem auch sein Vater verstarb, für Herbert schicksalsträchtig, denn zu diesem Zeitpunkt entschied er sich definitiv Berufsmusiker zu werden.

Mit den V-RANGERS durfte Herbert ungeahnte Erfolge erzielen. Die erste Platte wurde produziert und ab Mai 1967 tourte die Gruppe durch Deutschland und die Schweiz. Aber hier war es auch, wo am 31. Jänner 1969 in Montreux das Ende der Band kam. Aus den V-RANGERS wurde – allerdings ohne Herbert Graf – die EURO FIVE, bei denen ein gemeinsamer Freund aus dem Bert-Forell-Sextett Herberts Part übernahm. Er selbst blieb gleich in der Schweiz und wurde sofort von der Soulband PERRY WINDOW engagiert, die in der Schweiz und in Italien äußerst beliebt und bekannt war.

Gemeinsam mit Perry ging es dann auch nach London, ins Mekka der Popmusik. Hier wollten sie eine neue Band auf die Beine stellen und hatten eigentlich bald wieder die personelle Besetzung einer Gruppe. Da waren Musiker darunter, die später mit den Equals, Crosby, Steels & Nash, James Brown oder den Foundation Karriere machen sollten. Nur leider – aus dieser Band wurde nichts, denn man hatte ihnen zwischenzeitlich sämtliche Musikinstrumente und alles Geld gestohlen. So stand Herbert vor dem Nichts und so sehr es ihm auch widerstrebte, über kurz oder lang musste er die Heimreise antreten.

In Graz versorgte er sich aber nur wieder mit etwas Geld und ab ging es wieder nach Zürich, wo er schon ein Engagement bei WANDY AND THE GARDENIAS, einer holländischen Soul und Funk-Band, in der Tasche hatte. Gemeinsam ging es wieder auf Reisen, u.a. 1970 bis nach Mexico, wo die Gruppe fast ein Jahr lang engagiert war.

Hier tauschte Herbert seine Querflöte und seine Piccoloflöte gegen ein Tenorsaxophon, denn sein vorhergehendes gehörte ja seit London einem Unbekannten. 1971 kehrte die Gruppe nach Holland zurück und Herbert tourte mit der Band noch bis 1975 durch ganz Westeuropa. Dabei waren jährliche Auftritte im Wiener Volksgarten, wo die Band auch mit den Tielman-Brothers spielte, üblich. So wie sie auch 1973 in Palma di Mallorca im Titus-Night-Club mit Ray Charles auf der Bühne standen. Dabei ist aber unbedingt noch zu erwähnen, dass Herbert Graf sämtliche Arrangements der Gruppe geschrieben hatte.

Ab 1. September 1975 besuchte Herbert in Wien das Jazzkonservatorium und verdiente sich seine kargen Brötchen in einer Werbeagentur. Nach und nach drang er wieder in die Wiener Musikszene ein. Man traf sich ganz einfach in ‚Willi’s Rumpelkammer‘ Ecke Gürtel/Koppstraße. Und so kam es, dass sein enormes musikalisches Können zunehmend genutzt wurde. Eine Liste all derer, mit denen er Platten aufgenommen hatte und mit denen er live oder im Studio spielte, würde wohl mehrere Hefte in Anspruch nehmen. So also nur ein kurzer Auszug, ohne damit eine Wertung vornehmen zu wollen:

All Star Blues Band, Maria Bill, Heli Deinböck, Drahdiwaberl, Hansi Dujmic, Teddy Ehrenreich, Gitti & Gary (Kumm halt mi), Alexander Goebel, Peter Kraus, Andy Lee Lang, Hansi Lang, Mike Merlin, Herbert Novacek, Richard Österreicher, Joachim Palden, Joesi Prokopetz, Bernhard Rabitsch, Rudi Staeger, Tintenfish, Vienna Art Orchestra und last but not least mit Wang Chung, mit denen er mit „Everybody Has Fun Tonight“ auch einen Nr. 1 – Hit in den USA landen konnte. Auch zahlreiche Theatergastspiele, wie im Akademietheater, Burgtheater oder im Theater an der Wien ließen ihn mehr und mehr ins Rampenlicht vorstoßen.

So war es also auch kein Wunder, dass er schon bald zum Stamm von Österreichs meistbeschäftigter Band, den UNTOUCHABLES, gehörte, wo er bis heute aktiv ist. Natürlich hat Herbert, dessen Leben ganz einfach nur Musik ist, immer wieder Zeit mit Freude diverse Gastspiele zu geben, so wie z.B. bei Ty Tender in der Wiener Zu-Ga-Be oder bei der All Star Blues Band.

Wir wünschen diesem Vollblutmusiker, dessen perfekte Saxophonklänge uns immer wieder von neuem begeistern, noch unendlich lange diese Freude an der Musik, die aus jedem seiner Töne zu hören ist, und freuen uns auf noch recht viele schöne Stunden mit Herbert Graf und seinem Saxophon.

Robert Wiaderni
nach einem Gespräch mit Herbert Graf
im Jahre 1993

Singles

Herbert Graf - Singles

JahrLandLabelInterpretTitel
1966AAmadeo AVRS 21 368V-RangersHound Dog / Mary Anne
1967AAmadeo AVRS 21 374V-RangersBatman Theme / Theme From Peter Gunn
1968AAmadeo AVRS 21 527V-RangersThose Were The Days / I Try To Flee
1969AAmadeo AVRS 21 535V-RangersRussian Spy And I / Tossin' And Turning
1969AAmadeo AVRS 21 538V-RangersGive A Little, Take A Little / Make Love
1987ARST Rec. 8702The UntouchablesBuona Sera / Man That's All
1989ARST Rec. 901 213The UntouchablesNightship / Killing Water
1989ARST Rec. 901 219The UntouchablesLiza / Little By Little
1989ARST Rec. 901 220The UntouchablesRuby / Walkin', Walkin'
1989ARST Rec. 901 221The UntouchablesMinnie The Moocher / Dog Jump
1992AClub Ö3 119 744V.A.Wie beim ersten Mal / - instr.
12 LP's

Herbert Graf - 12" LP's

JahrLandLabelInterpretTitel
1968AAmadeo AVRS 13 037V-RangersExplosion
1984ABellaphon 270-31-011Mojo Blues BandHot Bricks
1985ACBS 26 388Blaschek & SvikAlles OK?!
1986USGeffen Rec. GHS 24 115Wang ChungMosaic
1989AKoch Rec. 122 241 ETintenfishEvolution
1989ARST Rec. 903 2916The UntouchablesKilling Water
1991ARST Rec. 903 2941The UntouchablesLive At Metropol
CD's

Herbert Graf - CD's

JahrLandLabelInterpretTitel
1986USGeffen Rec. 9 24115-2Wang ChungMosaic
1988ALemon Rec. 558 003V.A.Müllers Büro
1991AAustrian Music Producers AMP 9101-1V.A.Austrian Music Producers Promo Sampler, Vol. 1
1991ARST Rec. CD 91 535The UntouchablesLive At Metropol
1993ARST Rec. CD 91 559-2The UntouchablesHats On Fire
1995AGIG Rec. 660 218Heli DeinboekSchuldig - Heli Deinboek singt Randy Newman
1996AThe UntouchablesDoin' It
2011AJack Nova Rec. JNR 1101The UntouchablesTwentyfive 1986/2011
2015APreiser Rec. PR 91 293ÖHA!Kompost

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