Edmund EYSLER

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Komponist

bürgerlicher Name: Edmund Samuel Eisler

geboren am 12.03.1874 in Hernals, heute Wien
gestorben am 04.10.1949 in Wien
beerdigt in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 A, Nummer 46 A)

1927 Ehrenbürger der Stadt Wien
1934 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
1946 Berufstitel Professor
1949 Ehrenring der Stadt Wien
1934 Eysler-Gedenktafel am Geburtshaus in Wien 17., Thelemang. 8
1955 Eyslergasse im 13. Wiener Gemeindebezirk
1959 Eysler Gedenktafel am Sterbehaus in Wien 8., Zeltgasse 14
1966 Eysler-Gedenktafel am Wohnhaus in Wien 19., Himmelstr. 4
1974 Eyslerdenkmal im Schönbornpark im 8. Wiener Gemeindebezirk
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Es war im Frühjahr 1949, als ich dem „wienerischesten“ aller Operettenkomponisten die Hand geben durfte: Edmund Eysler.

Anlässlich einer Matinee im Maria-Theresien-Kino hatte er eine Künstlerin, und ich meinen Vater, am Klavier begleitet.

Ich sehe ihn noch immer vor mir, diesen berührend einfachen alten Herrn, den seine Freunde „Mundi“ oder „Mundl“ riefen. Welch‘ wunderbar wienerische Melodien sind ihm entströmt, hat er uns hinterlassen.

Im Vorort zwischen Ottakring und Hernals ist Edmund Eysler am 12.3.1874 zur Welt gekommen.

Am Haus Thelemanngasse 8 findet sich heute noch die Gedenktafel, die bereits 1934, zu seinem 60. Geburtstag, enthüllt wurde. Seine Eltern ermöglichten dem „Mundi“ unter großen materiellen Opfern eine musikalische Ausbildung. Der Vater hatte nämlich während des Börsenkrachs 1873, wie so viele, sein Vermögen eingebüßt.

Von der Realschule war der junge Bursch gar nicht begeistert. Sitzengeblieben wäre er, wenn er nicht zum Konservatorium gewechselt hätte und dort glücklich, durch die Musik verzaubert, „im 7. Himmel“ gewesen war.

Die Prüfungen schloss er mit Auszeichnung ab, jedoch der „7. Himmel, die Verzauberung“ hielt nicht an, der „Hexenspiegel“, seine komische Oper, fix und fertig komponiert, fand keinen Verleger. Es hieß den Lebensunterhalt durch Klavierstunden geben, verdienen.

Aus der nicht gerade geliebten Zeit als Klavierlehrer gibt es eine kleine heitere Geschichte, die mir seine Tochter, sogar mit einigen anderen Anekdoten, schriftlich hinterließ:

Zwei Schüler kamen zu Edmund Eysler um Unterricht zu erhalten, vierhändig vorerst vorzuspielen, legten sie einen Packen Noten zur Auswahl aufs Klavier.

Der „Mundl“ seufzt: „Na spielt ’s halt was!“
„Herr Professor, wir spielen was sie wollen!“
„Wirklich?“, fragt Eysler drauf, „wirklich?“
„Natürlich“, antworten die Zwei, wie aus einem Munde, „was sie wollen spielen wir!“

Eysler kurz: „Dann wär‘ mir am liebsten Tarock!“

Die Stunde fand dann bei einer fröhlichen Kartenpartie statt!

Sein Erfolg lag bei der Operette und dieser stellte sich erstmals mit dem „Bruder Straubinger“ am 20.2.1903 im Theater an der Wien ein.

Direktor Karczag wollte sonderbarerweise grad das Lied „Küssen ist keine Sünd“ herausgestrichen haben.

Alexander Girardi verkörperte die Titelrolle und meinte: „Laß‘ ma’s drinn, wann’s bei der Premiere net g’fallt, könn‘ ma’s no immer ausse nehmen !“

Und grade dieses Lied wird bis heute noch gespielt und gesungen.

Nach dem „Straubinger“ ging es „Schlag auf Schlag“. Fast jedes Jahr komponierte Edmund Eysler eine neue Operettenmusik, manchesmal sogar mehrere in einem Jahr.

Unmöglich alle einzeln anzuführen, aber z.B. das „Muatterllied“ aus der „Schützenlisl“ (Uraufführung am 10.10.1905 im Carltheater) oder „Fein, fein schmeckt uns der Wein“ aus dem „Iachenden Ehemann“ (Uraufführung am 19.3.1913 im Bürgertheater), das „Hutschenlied“ aus „Hanni geht tanzen“….“einmal möcht‘ ich wieder mit‘ dir hutschen geh’n“ (Uraufführung am 25.10.1915 im Apollotheater) möchte ich erwähnen.

So ging es weiter bis zum „Meisterstück des Mundl“, zur „Goldenen Meisterin“, die am 20.9.1927 im Theater an der Wien stürmisch bejubelt wurde.

Eysler war aber auch ein überaus präziser, ernst zu nehmender Musiker, der Lieder nach Texten seines Freundes, des Lyrikers Max Rodhe, vertont hat und neben seinem „Hexenspiegel“, noch viele unaufgeführte ernste Werke hinterließ.

Gerade an seinem 64. Geburtstag, am 12.3.1938 hat unser Vaterland Österreich zu existieren aufgehört und die Musik Edmund Eyslers durfte sieben lange Jahre nicht gespielt werden, er war Jude!

Seine „arische“ Frau hielt zu ihm, seine Freunde auch.

Eysler wollte nicht emigrieren. „Lieber in Wien sterben, als in Australien leben“ war ein Ausspruch von ihm.

Die unendlich scheinenden Jahre überstand er und war 1945 der „Junge Alte“, der „Alte Junge“ geblieben, brachte „Wiener Musik“ (Uraufführung 1947 im Bürgertheater mit dem Text von Peter Herz) heraus. Aus diesem Stück, ein echter Eysler „I kenn‘ an Heurigen in Zeiselmauer“.

Ich selbst habe „die goldene Meisterin“ im Raimundtheater nach 1945 ungezählte Male erlebt.

Gina Klitsch, Alexander Pichler, Fritz Imhoff, Richard Waldemar, dann 1961 mit Eleonore Bauer (der leider zu früh verstorbenen Gattin Peter Minichs), mit Walter Hoffmann, Fritz Steiner und meinem Vater, als Bruder Ignatius – tempi passati – Vergangenheit, aber traumhafte Aufführungen.

Eysler wurde, nach der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien, 1946 der Berufstitel Professor verliehen. 1948 konnte er, mit seiner geliebten Frau noch „die goldene Hochzeit“ feiern und am 4.10.1949 ist er in den „Operettenhimmel“ eingezogen, lautet doch eine seiner „himmlischen Melodien“ „komm‘ ins blaue Paradies, Brüaderl häng dich ein“.

Text von Emmerich Arleth

Dankenswerterweise von Herrn Prof. Walter Schwanzer zur Verfügung gestellt:

Bühnenwerke
Josefssaal am 15.06.1960
Volkshochschule am 28.09.1961
Clemens Hofbauer Saal am 12.06.1969
TV-Sendung vom 12.03.1960
Sendung vom 12.03.1969
Sendung vom 12.03.1974
Sendung vom 10.03.1984
Sendung vom 13.03.1989
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