
Gesang, Schauspiel
geboren: am 04.06.1912 in Brunnthal an der Alz, Bayern, als Maria Pitzer
gestorben: am 14.02.1995 in Wien
beerdigt: in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 4, Reihe 35, Nummer 2)
Ehrungen:
Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
Maria-Andergast-Weg in Wien im 21. Bezirk
Maria Andergast, am 4. Juni 1912 im Sternzeichen der „ Zwillinge“ in Brunnthal an der Alz in Bayern als Maria Pitzer geboren, wurde im Alter von zwei Jahren Vollwaise. Sie kam zu Adoptiveltern (Verwandten ?) nach Wien, wurde echte „ Weanerin“ und wollte partout nach der Schule zur Bühne.
Doch ihre „ Zieheltern“ hatten mit einer schauspielernden Tochter (Liesl Andergast) genug und bestanden darauf, dass Maria einen „anständigen“ Beruf erlernte.
Sie ging in eine Schneiderlehre, machte sogar ihre Meisterprüfung … und meldete sich anschließend auf der Schauspielschule am Neuen Wiener Konservatorium an.
Nach dem Abschlussexamen bekam sie ihr erstes Engagement in Aussig an der Elbe. An Singen war längst noch nicht zu denken. Am Deutschen Theater in Prag, der nächsten Bühnenstation, wurde die junge Wahl-Wienerin 1934 von Luis Trenker für den Film entdeckt. In „Der verlorene Sohn“ stand sie erstmals vor der Kamera.
Damit begann eine Serie von Filmen mit Maria Andergast, die heute längst Filmgeschichte sind: „Der Vogelhändler“, „Drei Mädel um Schubert“ (1936), „Der Kurier des Zaren“, „Manja Walewska – Eine Petersburger Romanze“ mit Olga Tschechowa (1936) oder „Roman eines Arztes“ (1939) mit Albrecht Schoenhals und Camilla Horn.
Trotz der dauernden Dreharbeiten spielte Maria Andergast in Prag, Berlin und Wien weiter Theater. Bei der Inszenierung von „Meine Schwester und ich“ (1943) in den Wiener Kammerspielen lernt sie Hans Lang kennen, der dort als Kapellmeister engagiert ist. Die ersten gemeinsamen Auftritte als „Sanges-Duett“ erfolgen aus Spaß an der Musik, an eine gemeinsame Karriere denken beide damals noch nicht.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erinnern sich beide an den gemeinsamen Spaß bei den ersten gemeinsamen Auftritten 1943. „Versuchen wir es doch einfach zusammen“, sagen sie sich. „Es wird schon klappen“.
Dass es geklappt hat, wissen heute alle Freunde des alten deutschen Schlagers.
Ihr erster gemeinsamer Film ist „Hofrat Geiger“. Für Maria Andergast ein Jubiläum, es ist bereits ihr 50. Film. Aber auch Hans Lang hat Grund zur Freude: Der Film wird nach seinem gleichnamigen Singspiel gedreht.
1947, als Schallplatten noch Mangelware sind und die Käufer einer klingenden Drehscheibe neben dem Preis eine alte Schellackplatte als „Naturalabgabe“ in den Plattenladen bringen müssen, singt das Duo Andergast/Lang den ersten gemeinsamen Erfolg: „Mariandl“. Das Lied wird ein Gassenhauer, im Rundfunk, in den Kinos und, trotz „Naturalabgabe“ auch auf privaten Grammophonen wird es immer wieder gespielt.
Weitere Erfolgsfilme der beiden werden „Kleine Melodie aus Wien“ 1949 mit Paul Hörbiger, „Auf der Alm, da gibts koa Sünd“ 1950 mit Hans Richter, „Hallo, Dienstmann“ 1951 mit Hans Moser oder auch „Der Mann in der Wanne“ 1952 mit Axel von Ambesser.
Neben den Filmerfolgen häufen sich auch ihre Plattenerfolge: „Der Herr Torero“, „Harmonika-Hansl“, der „Tausendfüßler“ oder „Liebe, kleine Schaffnerin“.
In den ersten Jahren werden die Lieder des Duos bei „Austroton“ bzw. „ Austrophon“ veröffentlicht, später, ab etwa 1952, sind Maria Andergast und Hans Lang auch auf Polydor-Platten zu hören. Teilweise singt Maria Andergast auch solo, meistens begleitet von dem Orchester ihres musikalischen Weggefährten Hans Lang.
Maria Andergast war dreimal verheiratet: mit dem Regisseur Heinz Helbig (seit 1936; geschieden), dem Schauspieler Siegfried Breuer (seit 1941; geschieden) und dem Schauspieler und Regisseur Richard Häußler (1958–1964; bis zu dessen Tod). Mit dem Regisseur Franz Antel, der von 1950 an fünf ihrer Filme inszenierte, war sie 1949 längere Zeit verlobt.
Maria Andergast verstarb am 14. Februar 1995 im Alter von 82 Jahren an einem Krebsleiden.
nach einem Artikel von Horst-Dieter Czembor im Memory-Magazin Nr. 50, 17. Jahrgang, 1995












