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Gesang

geboren am 19.04.1912
gestorben am 21.06.1967

BiographieSendungPresse

Als ich die Mappe mit all den Fotos, Kritiken, Zeitungsausschnitten durchblätterte, die mir Rudis Ehefrau seinerzeit zur Verfügung stellte, um die Radiosendung, zu seinem 69iger, anno 1977, es war auch sein 10.Todestag gewesen, fertig zu gestalten, fand ich Raritäten darunter, die mir persönlich sehr nahe gingen.

Z.B. die Einladung zur öffentlichen Artistenprüfung im Variete Ronacher vom 17.4.1934.

Nach der erfolgreichen Prüfung fand Rudi sofort ein Engagement, für die Zeit damals das wichtigste.

Als Kamperskis Karriere begann, waren die Ölscheichs von heute, die Maharadschas Indiens.

Einer Zeitungsnotiz konnte ich entnehmen, dass der Maharadscha von Mysere im Bristol ein ganzes Stockwerk, auch für seinen Hofstaat, der mitgereist war, gemietet hatte. Wiener Musik musste ihm eine eigene österreichische, also Wiener Musiker, spielen – dazu ein Sänger mit Namen Rudi Kamperski.

In der RAVAG gab es eine Sendung, eine musikalische Revue mit dem Titel „Endstation Wien“, die Mitwirkenden waren: Louise Kartousch, Ernst Arnold, mein Vater, selbstredend der Rudi, der Chefsprecher der RAVAG Paul Horn und am Flügel Waldemar Gibisch, der das Lied „A klans Laternderl und a klane Bank“ komponiert hatte.

Im Hotel Krantz-Ambassador wurde eine Bar eröffnet – Rudi Kamperski sang, ebenso in der Makart-Diele in Salzburg. Kamperski wanderte in ein Lokal, in der Joachimstalerstrasse-Berlin „Wien neu für Berlin“ hieß es da.

Das Tanzkabarett „Barberina“ beim Zoo entdeckte den Rudi aus Wien, er feierte mit seinen Liedern Triumphe.

Und immer weiter gings von Wien weg, nach Finnland, Litauen und Lettland.

Schon in der Schule hat er gerne gesungen, in Musik stets einen „Einser“ nach Hause gebracht. Sein Stimmaterial wurde geschult und dieses Studium half zu zwei Karrieren.

Die erste vor dem Krieg, die zweite nachher.

Ganze sechs Jahre war er eingerückt.

1947 beschäftigte der Sender Rot-Weiß-Rot den Sänger, mit einer eigenen Sendereihe, so begann der Aufbau der zweiten Karriere, der Laufbahn nach dem Krieg.

Heute ist es kaum vorstellbar, wie schwierig die Verhältnisse waren. Sehr beliebt waren Engagements, bei welchen es nachher Buffets – kurzum – etwas zu Essen gab. Empfang bei den „Fürstenberg“, als Krönung des Abendessens wurde eine Torte serviert. Der Kellner, diese servierend, stolperte, das herrliche, sehnsüchtig erwartete Erzeugnis landete am Boden.

Rudi meinte gelassen: „Macht nix, wir essen’s trotzdem“!

Er war ein Liebling des Publikums geworden, denn er sang nicht nur Schlager, sondern auch Wienerlieder.

Seine heiteren waren ebenso beliebt „Donnerwetter, so ein schönes Badewetter“ oder „Weißt was, wir fahr’n aufs Gänsehäufel“, „Der Mond geht auf überm Attersee“.

Seine Devise „Lasst’s die Musi leben“ galt ihm, der verhältnismäßig jung starb – er war im 56. Lebensjahr – sehr viel. „Im Himmel wird sicher nur wienerisch g’redt“ – das wollen wir für ihn hoffen.

Text von Emmerich Arleth

Sendung vom 23.06.1977
diverse Presseartikel

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