BildDatenEhrungen
Kapellmeister, Komponist

geboren am 16.06.1910 in Brünn, damals Österreich-Ungarn
gestorben am 06.04.1982 in Wien
beerdigt in Wien in einem ehrenhalber gewidmetem Grab auf dem Neustifter Friedhof (Gruppe 9, Reihe 3, Nummer 2)

1970 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
1971 Berufstitel Professor
1971 Wiener Ehrenmedaille in Silber
1978 Johann-Nestroy-Ring
Biographieeinige TitelSendungenPresse

Anfangs der 40er Jahre gab es für uns junge Mittelschüler eine Sensation. In den Kammerspielen trat der bekannte Filmschauspieler Siegfried Bräuer in dem Stück „Meine Nichte Susanne“, Musik von Alexander Steinbrecher auf. Das was uns so begeisterte war das Lied „Unter einem Regenschirm am Abend“ und Bräuer’s  Auftritt in einem weissen Smoking, welchen Eindruck das auf uns junge Burschen machte, wird mancher belächeln. Heute ist so manches selbstverständlich, zu selbstverständlich um unsere Jugend damals zu begreifen.

Wir konnten uns z.B. für die Posse „Gigerln von Wien“, Musik ebenfalls von Alexander Steinbrecher um Karten anstellen, weil sie eben gute Unterhaltung bot, nach der wir lechzten.

Dieser Artikel zum 60. Geburtstag Alexander Steinbrechers war für mich Anlaß zu einem anregenden Plausch im „Landtmann“  mit dem Jubilar. Wobei „Jubilar“ ein Ausdruck ist, den ich persönlich für Alexander Steinbrecher als völlig unangebracht finde.

Unter einem „Jubilar“ stellt man sich zumeist einen etwas rundlich gewordenen, älteren Herrn vor, Steinbrecher ist das völlige Gegenteil.

Als er vom Burgtheater kommend zum Kaffee eilte, konnte ich einen jugendlich wirkenden, schlanken sportlichen Typ erkennen, der mir dann seine Meinung über die Unterhaltungsmusik klipp und klar auseinander zusetzen versuchte: „Wer interessiert sich heute noch für die Musik von gestern?“,  meinte er.

Warum so bescheiden? Warum zurücktreten wollen?  Es muss erst bewiesen werden, dass Besseres da ist, das dies überhaupt Bestand hat! Und von wegen, kein Interesse! Z.B. die Leserschaft der Illustr. Wochenschau, von der begeisterte Briefe aus dem In- und Ausland kommen, ist das nichts?

Der Lebensweg Alexander Steinbrechers begann in Brünn, genau am 16.Juni 1910, Xandl besuchte das humanistische Gymnasium, studierte sowohl in Brünn, als auch in Prag Musik, u.a. bei Prof. Suk und kam nach Wien zum Verlag „Universal Edition“ als Korrektor. Er leitete bald darauf den Operettenverlag. In dieser Position hatte er mit vielen bekannten Künstlern, Musikern und Komponisten zu tun, dies wirkte sich auf ihn so sehr positiv aus, dass er selber zu komponieren begann.

Die musikalischen Lustspiele „Schneider im Schloß“, „Brillanten aus Wien“, „Die Gigerln von Wien“, „Meine Nichte Susanne“, „Therese und die Hoheit“, “Entweder-Oder“, „Aber Ninette“, die Lieder daraus „Zwei aus Ottakring“, „Das kleine Wegerl im Helenental“, „Am Baum, am Bach, am Busch“, „Wann i nimmer singen kann“ sind so wienerisches Eigentum geworden, wie man sie sich nur immer wünschen kann.

„Zwischen Simmering und Favoriten“, „Man muß im Leben net alles haben“ sind Spezies eigener Art, wie eben Steinbrecher selbst ein Mensch besonderer Wesensart ist, der nicht in die Kategorie der Allgemeinheit einzuordnen scheint, er ging immer seinen eigenen Weg!

Auch der Film hat ihn nicht übersehen können, „Der kleine Stern im großen Bären“ aus dem Allegro Film „Rausch einer Nacht“ mit Christl Mardayn, wird noch manchem in Erinnerung sein.

Als Gast kam er ans Burgtheater und seine Gastrolle fiel so gut aus, dass er bis heute Kapellmeister des Burgtheaters blieb. Mit Hans Totzauer teilt er dort „Freud‘ und Leid“, schreibt die Bühnenmusik oder bearbeitet sie.

Nach dem Krieg war er lange Zeit Programmchef im Sender Rot-Weiß-Rot und ich erinnere mich gerne der Sendereihe unter dem Titel „Kleine Nachtmusik“ und vieler anderer, in der Alexander Steinbrecher seine persönliche Note zur Geltung bringen konnte.

Der 60. Geburtstag ist noch lange kein Grund zu resignieren und wer könnte Alexander Steinbrecher und seine Melodien vergessen, er und seine Musik gehören so zu Wien, wie das „Kleine Wegerl“ obwohl es im Helenental liegt, allerdings in Baden bei Wien.

Text von Emmerich Arleth

Am Baum, am Bach, am Busch
Der kleine Stern im grossen Bären
Ganz ein kleines Häuschen
Ich bin ein Wesen leichter Art
Ich kenn ein kleines Wegerl im Helenental
Ich möcht so gern ein Dichter sein
Intimitäten
Man muass im Leben net alles haben
Unter einem Regenschirm am Abend
Wann i nimmer singen kann
Wenn ich die Butzenscheibn-Scheiben putz
Zwei aus Ottakring
Zwischen Simmering und Favoriten
Ich kenn ein kleines Wegerl
Zwei aus Ottakring
Sendung vom 21.06.1980
Sendung vom 01.06.1985

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