
Jazzmusiker (Klavier, Klarinette, Saxophon), Bandleader,
geboren am 10. März 1936 in Wien
gestorben am 2. März 2014 in Wien
Auszeichnung:
2004 Verleihung der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien für sein Lebenswerk Jazz
Rudolf „Teddy“ Ehrenreich kam am 10. März 1936 als ältester von drei Brüdern in Wien zur Welt. Mit 15 Jahren begann sein Klavierunterricht am Wiener Institut für Jazzmusik. Ein Jahr später belegte er das Lehrfach Klarinette. In dieser Zeit gründete er seine erste Jazzband. Er trat mit einer Dixilandband à la Fetty George in der Ade-Bar in Wien auf und hatte großen Erfolg. So holte Fatty George ihn und seine Band 1957 nach Deutschland. Nach fünf Jahren kehrte er nach Wien zurück, um bei Prof. Rudolf Jettel an der Wiener Musikakademie zu studieren. Zeitgleich konzertierte er mit seiner eigenen Big Band unter dem Pseudonym „Ted Evans und sein Orchester.“ Dafür gab es zwei wesentliche Gründe. Erstens klang der Künstlername für ihn treffender und zweitens war es damals verboten, als Student öffentlich gegen Bezahlung aufzutreten. Er nahm 1964 und 1965 am Amateurjazzfestival in Wien teil und gewann beide Male.
Im Orchester Karel Krautgartner war Teddy Ehrenreich von 1968 bis 1972 Bandmitglied (Saxophon). Er arbeitete dann als Programmgestalter im ORF-Ö3 und im ORF-Notenarchiv. Im Jahr 1975 kam es dann endlich zur Gründung seiner mit Profimusikern bestehenden „Teddy Ehrenreich Big Band.“ Die Band, der hohe musikalische Qualität zugeschrieben wurde, begleitete eine Reihe internationaler Musiker ein Stück des Weges, wie Eddie Lockjaw Davis, Clifford Adams, Red Holloway und Joe Newman. Es erfolgten zahlreiche Auftritte mit dem Ensemble von Norbert Pawlicki im Theater an der Wien und Tourneen im In- und Ausland. Die über 40 Jahre bestehende „Teddy Ehrenreich Big Band“ galt auch für viele junge Talente als Sprungbrett für individuelle Karrieren, wie Christian Radovan, Wolfgang Puschnig, Ines Reiger, und v.a.
2008 veröffentlichte der Musiker nach langer Planung die CD „Teddy plays Woody“. Er wollte mit dieser dem amerikanischen Bandleader und Jazzmusiker Woody Herman ein musikalisches Denkmal setzen. Dessen Musik war für Teddy Ehrenreich in jungen Jahren ausschlaggebend, sich mit Jazzmusik auseinander zu setzen.
Neben den Tätigkeiten als Bandleader, Lehrer und Bearbeiter hat Teddy Ehrenreich einige Werke komponiert, wie „Blues for Tina“ „Dixielips“ „Alexander’s Playmobil“ und war Mitglied bei ÖKB (Österreichischer Komponistenbund).
Die Leitung der Teddy Ehrenreich Big Band übernahm 2012 sein Sohn Alexander Ehrenreich.
Teddy Ehrenreich verstarb nach langer schwerer Krankheit am 02. März 2014 in Wien.
