BildDatenposthume Ehrung
Komponist

geboren am 5.05.1909 in Wien
gestorben am 21.07.1964 in Wien
beerdigt in einem ehrenhalber gewidmeten Grab in Wien auf dem Friedhof Grinzing

1997 Sepp-Fellner-Gasse im 14. Wiener Gemeindebezirk
Gedenktafel an dem Haus Daringergasse 18a (Helmut Qualtinger Hof) im 19. Wiener Gemeindebezirk
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Sepp Fellner war ein studierter „Welthandler“ zu dem man Herr Diplomkaufmann sagen konnte. Auf den Titel hat er jedoch nicht besonders viel Wert gelegt, lieber mit Musik „gehandelt“ und was da alles von ihm ”gehandelt“ wurde war – Eins A !

Ich habe ihn noch persönlich gekannt und wenn ich mir heute sein Bild anschau‘, so erinnert er mich irgendwie an Franz Schubert. Mit der Nickelbrille, den etwas längeren Koteletten, auch die g’wisse runde Figur hat er gehabt, ähnlich dem Schubert, wie wir ihn von den Bildern her kennen.

So war Fellner ein „unvollendeter Schubert“, jedoch auf dem Sektor „Wiener Musik“ ein ganz vollendeter Fellner.

Seine „Musikversessenheit“ ist sicherlich ein Erbstück, eine Erbanlage gewesen. Einmal von den Eltern her und davor soll es einen Ur-Ur-Urahnen gegeben haben, so ist’s überliefert, der bereits am französischen Hof als Musikus, Kompositeur und Hackbrettspieler Verdienste errungen hatte.

Die daraus folgenden musikalischen Ambitionen Sepp Fellners wurden von den Seinen, von Vater und Mutter daher unterstützt. Fellner hat neben den Pflichtschulen auch eine Musikschule und die Akademie besucht. Er war ein brillanter Klavier- und Harmonikaspieler, begann bereits während seiner „Lernjahre“ zu komponieren.

Im Jahre 1941 sang mein Vater, damals am „Ronacher“, mit den weltberühmten Fratelli Serenos engagiert, Fellners „A bisserl Grinzing, a bisserl Sievering, a bisserl Neuwaldegg“, hob es dort „aus der Taufe“. Brachte auch als einer der Ersten die „Kellergassentanz“ auf die Bühne.

Sepp Fellner war ein „abwechslungsreicher Vielseitiger“, als Alleinunterhalter sehr gesucht und so wurde auch die Ähnlichkeit der Stimmen, besonders durchs Mikrophon, zwischen dem Sepp und meinem „alten Herrn“ oft und oft festgestellt.

„Ich hab‘ eine leitende Stellung, bei di Roß hüaho, bei di Roß“ war ein auf ihn selber zugeschnittenes Lied.

„Du lieber Hallodri“ ein entzückendes Liebeslied aus Wien, „das Nußdorfer Sternderl“ kam sogar in den USA zu Leinwandehren, „A Smile in Vienna“ sang dort Johnny Dorelli.

Eine der schönsten Liebeserklärungen an Wien lautet „Mein Herz ist verliebt in die Wiener Musik“ „Wir haben die Strauß-Buam und ihren Vater, wir haben den Steffel und den Prater“, dann „Was kann denn i dafür, daß i a Weaner bin“ und vor allem der Wunschtraum, der nie erfüllt werden kann – „Zwanzig, dreissig Jahrl’n jünger sollt ma sein“.

Am Bahnhof verabschiedete er seine Frau, als der Zug die Halle verließ, verließ ihn sein Herz, es war im Juli 1964.

Dem „Schubert aus Grinzing“ wurde eine Tafel an seinem Wohnhaus in der Daringergasse und eine Gedenktafel am 6.5.1984 in der Himmelstrasse 29 gewidmet.

Sepp FELLNER   15.10.1934

Mit seinem Sohn, gleichen Namens, Dkfm. Dr. Sepp Fellner, verbindet mich noch immer ein „Gleichklang der Seelen“, ist er doch nach wie vor „verbandelt“ mit der Musik aus Wien: „Praterg’schichten“, „Beim Windlicht in Grinzing“, „Wien grüsst Kärnten“, „Dornbacher Schrammelmarsch“, „Lieber Dr. Lueger schau runter“, „Im Burgtheater die alte Garderobier“, „Mir san Vorstadtspatzen“, er hat es sicher nicht ganz leicht gehabt, wie halt alle Söhne mit bekannten Väternamen, hat sich aber durchsetzen können.

Text von Emmerich Arleth

A bissl Grinzing, a bissl Sievring
A Ladung Sievringer Wein
A Madl, a Radl, a Rasierapparat
Alpenrose
Bauerngstanzln
Beim Heurigen gibt’s kann Schenierer
Bin i’s oder bin i’s net
Das Grinzinger Steueramt
Das Grinzinger Parlament
Das wär‘ ein Museum für mi
Daß i a echter Weaner bin
Der arme Fakir von Haidarabad
Der lange Lois aus Langenlois
Der Tierarzt
Die Skipartie meiner Frau
Draußen in Breitensee
Du bist meine Primadonna
Du lieber Hallodri
Du und ich
Ein Marienbild
Ein Sträußerl Almenrausch
Ewiges Wien
Frühling
Herr Jelinek
Herzerl mit Zippverschluß
Hochzeit ist in Neulerchenfeld
Hör mich an, Lintscherl
I brauch ka Brom
I hab an braten Buckel
I hab kann Smoking
I kann vom Schmäh net leb’n
Ich bin ein Fuchs, ein schlauer
Ich bin mit Nußdorf und mit Heiligenstadt verwandt
Ich hab den Wandertrieb
Ich hab eine leitende Stellung
Ich hab in Grinzing meine Universität
In jedem echten Wiener steckt ein lieber Augustin
In Kritzendorf
In Sumsenbach ist Fußballmatch
Kellergassen-Tanz
Mei Alte hat was Neues
Mei Bua
Mei Sternwart is Grinzing
Mein Oberösterreich
München – Wien
Nackerbatzl-Marsch
Nußdorfer Sternderl
O laß mich dein Don Johann sein
Rumba aus Grinzing
Salzburgerisch
Sankt Florian
Schauts laßts uns doch die alten Häuserln
So küßt nur ein Mann in Sevilla
Unterm „Goldenen Dachl“
Warte nicht zu lang
Was kann denn i dafür, daß i a Weaner bin
Wenn der Mond über Wien scheint
Wenn mein Weiberl Manderl macht
Wer Wien einmal gsehn hat
Wir hab’n die Straussbuam
Wo die drei Tannen stehn
Zahnarztgstanzln
Zuadraht is
Gedenktafelenthüllung am 06.05.1984
Volksbildungshaus am 05.02.1959
Sendung vom 05.05.1956
Sendung vom 27.03.1969
Sendung vom 30.04.1979
Sendung vom 24.03.1984
Sendung vom 24.04.1989
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