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Alleinunterhalter, Kapellmeister, Komponist, Musiker (Klavier)

geboren am 18.12.1905 in Wien
gestorben am 14.07.1968 in Wien
beerdigt in Wien auf dem Friedhof von Mauer

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Es war der 60. Geburtstag Raimund Brettners, zu welchem ich, nach dem plötzlichen Tod meines Vaters, meine erste Sendung „gestalten und beplaudern“ konnte.

Der damalige Hörfunkchef Dr. Alföns Übelhör hatte mich gefragt, ob ich die Sendung weiterführen könne, sonst müsse sie eingestellt werden.

Es ging weiter mit Raimund Brettners Lebenslauf und seinen Kompositionen. Im September 1968 schrieb ich dann anlässlich seines Ablebens in der „Neuen Illustrierten Wochenschau.”

Raimund Brettner ist am 18.12.1905 in Neulerchenfeld geboren worden. Seine Eltern und Großeltern besaßen in der Grundsteingasse eine Gastwirtschaft. Diesen Vorort Wiens des vorigen Jahrhunderts bezeichnet ein gescheiter Mann, als ”das größte Wirtshaus des römischen Reiches deutscher Nation”.

Nun waren die Brettners nicht nur gute Wirtsleute, sie musizierten sehr gerne und so war es verständlich, der kleine Raimund wünschte sich eine Ziehharmonika. Er ”penzte“ so lange bis er sie bekam und später den Lehrer dazu. Dann riet man den Eltern den talentierten Knaben auch Klavier lernen zu lassen. Fleiß, Üben und viel Mühe machten aus Raimund Brettner einen gesuchten Alleinunterhalter, der viele Jahre in der Schweiz, auch als Varieté-Kapellmeister tätig war. In Belgien, in Deutschland, in der ehemaligen Republik Jugoslawien ist er engagiert gewesen, bevor ihn Dir. Hübner in den Wiener Kursalon holte, dort spielte er ununterbrochen 22 Jahre. In dieser Zeit entstanden seine ersten Kompositionen.

„Die hundert Jahr‘, die mir no leben, die halt‘ ma aus“ Text: Alois Eckhardt; dieses Marschliedel habe ich oft am Klavier meinen Vater begleiten können, ebenso „das Schluckerl Nußberger“ – Text: Karl Schneider, Das chansonartige „Der Briefträger G’sieberl“ – Text: Carl Haslinger, ist durch die Interpretation Heinz Conrads bekannt geworden, wie auch „Mein liebes Riesenrad“ – Text: Hans Hauenstein, „Das Tröpferl Bluat vom lieben Augustin“ vom gleichen Autor u.v.a. mehr.

Nicht zu vergessen die exzellente Studie „Spaziergang nach Schönbrunn“, in der Brettner mit Karl Savara gemeinsam den Ausflug eines Buben mit seiner Mutter im „Elfer Jahr“ schildert und 40 Jahre später, mit der „weißhaarigen’Mutter“ wieder ins Schönbrunner Schloss kommt.

Ich danke Brettner immer noch, dass er mir 1967 zu Weihnachten ein Privatband zusandte, auf welchem Jahre vorher, ganz improvisiert, die Stimme meines Vaters mit eben diesem Lied und Raimund Brettner am Klavier, bzw. Akkordeon, zu hören ist.

Diesen „Spaziergang nach Schönbrunn“ hatte Brettner „in memoriam“ seiner Mutter gewidmet. Und mir, mit dem „Bandel“ eine Rarität zum letzten Geschenk gemacht.

Seine handgeschriebenen Noten, seine Briefe, die seiner Frau an mich, sind mir eine geschätzte Erinnerung und Vermächtnis, an ihn, der „nur in Wien möcht‘ i leben“ und „Wien und die Schrammeln“ beide Texte Lothar Steup vertont hat.

Am 14.7.1968 musste er seine geliebten Noten und Instrumente für immer verlassen.

Text von Emmerich Arleth

Titel Text Musik
Am schönsten spielen d‘ Schrammeln Hans Hauenstein Raimund Brettner
Das Schluckerl Nußberger Karl Schneider Raimund Brettner
Das Tröpferl Bluat vom lieben Augustin Hans Hauenstein Raimund Brettner
Der Briefträger Gsieberl Carl Haslinger Raimund Brettner
Der Fahrschein ins Glück Hans Hauenstein Raimund Brettner
Der Sauerstoff im Glaserl Franz Ichmann Raimund Brettner
Der Türmer von St. Stephan Raimund Brettner
Die alte Apotheke Ludwig Lewinter Raimund Brettner
Die alte Pendeluhr Carl Haslinger Raimund Brettner
Die hundert Jahr‘, die mir no leben, die halt‘ ma aus Alois Eckhardt Raimund Brettner
Eins zu Null für mi Hans Hauenstein Raimund Brettner
Geh‘ Spezi nimm die alte Fiedel Ernest Ermad Raimund Brettner
I mag kann Whisky, Wodka oder Gin Lothar Steup Raimund Brettner
Mein liebes Riesenrad Hans Hauenstein Raimund Brettner
Nur in Wien möcht‘ i leben Lothar Steup Raimund Brettner
Spaziergang nach Schönbrunn Karl Savara Raimund Brettner
Strowitwermarsch Raimund Brettner
Wann der Wiener Josef Kaderka Raimund Brettner
Wien und die Schrammeln Lothar Steup Raimund Brettner
Brief Brettner an Arleth vom 12.01.1961
Brief Brettner an Arleth vom 05.11.1965
Brief Brettner an Arleth vom 18.12.1967
Karte Arleth an Herta Rokos
Saal des Gewerkschaftshauses am 16.02.1961
Sendung zum 70. Geburtstag
Sendung vom 22.12.1980
Sendung vom 14.12.1985
Sendung vom 01.08.1988
Wochenschau vom 08.09.1968