BildDatenAuszeichnungen
Arrangeur, Dirigent,  Komponist, Musiker (Geige, Klarinette, Klavier, Saxophon, Violine), Orchesterleiter

geboren am 29.06.1909 in Wien
gestorben am 14.10.1990 in Wien
beerdigt in Wien auf dem Kagraner Friedhof (Gruppe 14, Reihe 13, Nummer 1)

10.04.1972 Verleihung des Berufstitels „Professor“
1984 das Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft, I. Klasse
1985 die Ehrenmedaille der Stadt Wien
Hut vom lieben Augustin
das Goldene Wienerherz
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Autobiographie von Ludwig Babinski

Geboren am 09.06.1909 in Wien, österreichischer Staatsbürger, röm. kath.
wohnhaft in 1210 Wien XXI., Siemensstrasse 161

5 Volksschulklassen
7 Realschulklassen –   Matura 1927
3 Jahre Hochschule für Welthandel, absolviert 1930: Diplom-Kaufmann

Spiele Geige seit meinem 7. Lebensjahr
Musikstudium am Wiener Volkskonservatorium 1927-1930 (Prof. Ferdinand Großmann)

Instrumente: Violine, Klavier, Klarinette, Saxophon
Theorie: 3 Jahre Harmonielehre, 2 Jahre Komposition (Hans Gal), 1 Jahr Kontrapunkt (Pilß)

vorher und nachher Privatstudium Violine, Klarinette (Wlach)

Als 14-jähriger eigene Salon-Kapelle, dann Ensemble-Musiker in diversen Orchestern im ln- und Ausland (1935-1938 Türkei, Wiener Kapelle für Ankara Palast-Hotel und Kemal Atatürk), ab 1939 eigene Kapelle

Wehrdienst von 1939 bis Kriegsende

1943-1945 Dirigent, 1. Saxophonist, Arrangeur und Komponist des Europa-Sender Tanzorchesters / Wien

1945 „Hallo Swing“-Schau über Wiener Bühnen (Scala, Konzerthaus, Volkstheater, Bürgertheater etc.)

1950 Berufung an den Sender Wien und das Kleine Wiener Rundfunkorchester zu modernisieren und Produktion zu leiten (Schlagerbarometer)
Schallplatten (Elite Special, Philips, Columbia, Polydor, etc.)
Kapellmeister, Arrangeur und Komponist bis 1957, ab dann freier Mitarbeiter im österreichischen Rundfunk, auch jetzt im ORF.

Seit 1970 eigenes Ensemble und Schrammeln mit Aufnahmen Wiener Volksmusik Studio Wien.

Mit eigener Kapelle nach dem Krieg 7 Jahre Französischer Offiziers-Club-Wien, Graben-Cafe, Palais Auserperg, Hochhaus, Südbahnhotel-Semmering, Hotel Stefanie etc.

Seit 1955 mit Solisten-Kapelle Opernball, Rudolfina-Redoute etc.

Kompositorische Erfolge in Unterhaltungsmusik und Wienerlied:
Scherzende Geigen (Singing Strings)
Augarten Porzellan
Der Geiger aus Wien, Verträumtes Wien, Rupf und Zupf-Polka,

Arrangeur vieler gedruckter In-und Auslandschlager (Hans Lang: Der alte Sünder; Irving Berlin: Let’s face the music and dance etc.)

Jahrzehnte langes Vorstandmitglied des österreichischen Komponistenbundes, seit 1970 dessen Vize-Präsident.

Jahrzehnte langes Mitglied der Programmprüfungskommission der AKM. Eine Zeit lang Vorstandsmitglied der AKM. Jahrelanger Vize-Präsident der Fachgruppe Kapellmeister in der Gewerkschaft Kunst und freie Beruf.

Derzeit mit eigenem Ensemble für Wiener Musik im Hotel Stefanie-Wien für den Fremdenverkehr tätig.

Am 10.04.1972 Verleihung des Berufstitels „Professor“ im Bundesministerium für Unterricht und Kunst (Entschließung des Bundespräsidenten vom 15.03.1972).

Biographie verfasst von Emmerich Arleth

In seinem Nachruf auf Ludwig Babinski schrieb Gerhard Track in der AKM-Zeitung vom Dezember 1990: „ein echter Wiener Gentleman hat uns verlassen“.

Ludwig Babinski war ein Herr im wahrsten Sinne des Wortes – ich kann’s bestätigen, hatte ich doch des Öfteren Gelegenheit dies zu erkennen, sowohl bei Besuchen in seinem Heim, als auch bei verschiedenen Veranstaltungen als wir uns trafen.

Und er selbst schilderte mir seinen Lebenslauf vor vielen Jahren:

Ludwig Babinski war ein gebürtiger Wiener, besuchte die Volks-und Realschule, beschloss sein Welthandelsstudium 1930 als Diplomkaufmann.

Seit seinem 7. Lebensjahr spielte er Geige, absolvierte das Volkskonservatorium und lernte Klavier, Klarinette und Saxophon dazu.

Harmonielehre, Komposition und Kontrapunkt folgten als Theorie.

Als junger Mann leitete er eine Salonkapelle, die Routine erspielte sich der Herr Diplomkaufmann bei den verschiedensten Orchestern.

Bereits mit 14 Jahren komponierte er einen Marsch „Frohen Sinnes“.

Die wohl aufregendste Zeit für ihn war, wie er mir erzählte, sein Gastspiel in der Türkei. Dabei besonders die Konzerte vor Kemal Atatürk, dem damaligen Präsidenten des Landes.

Der exzellente Musiker, der Babinski war, fand nach der Rückkehr sofort Beschäftigung, als Arrangeur, Dirigent, als Komponist und Solist des Europa-Sender Tanzorchesters. Nach 1945 beteiligte er sich an maßgebender Stelle an der Reorganisation des österreichischen Rundfunks.

Seine „Hallo Swing Shows” begeisterten das Publikum auf den Wiener Bühnen.

Er gestaltete neue Produktionen, eine davon hieß ”Schlagerbarometer” und seine ”Babinski-Schrammeln“ seien nicht vergessen.

Seit 1956 spielte er mit seinen Solisten am „Opernball“- 1984 war es zum 29. Male.

„Mein Beruf ist mein Steckenpferd, gestand er mir. Dass er, so nebenbei, für seine Kollegen tätig war, sei nicht verschwiegen:

in der AKM, im Komponistenbund, in der Fachgruppe Kapellmeister des ÖGB, so konnten die Ehrungen nicht ausbleiben:

1972 Berufstitel Professor, das Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft-I. Klasse (1984), die Ehrenmedaille der Stadt Wien (1985), den ”Hut vom lieben Augustin“, das „Goldene Wienerherz“ usw.

Einige seiner vielen Kompositionen” passieren Revue“:

„Du sagst wonderful zu Wien“, „Die alten Wiener“, „Verträumtes Wien“, eine Vielzahl von Schrammelmelodien: „Grinzinger-Tanz“, „Leopoldauer-Tanz“, „Schmeichelkatzerl“, u.a.m., modernes:

„Day Dreams“, „Night dreams“, „Roses for you“, „Oh please Madame“, „Manhattan Romance“, „Lucky Moment“, „Many Thanks“ und vieles mehr               .

Zu seinem 70., zum 75. und zu seinem 80. Geburtstag hatte ich die Freude Sendungen über ihn, sein Leben, mit seinen Kompositionen gestalten und „beplaudern“ zu können. Die letzte Ausstrahlung für den „SIR“ der österreichischen U-Musik war am 22.10.1990. Am 14.10.1990 hatte sein Herz zu schlagen aufgehört.

Text: Emmerich Arleth

Auf geht’s
Augarten-Porzellan-Walzer
Ausg’gsteckt is
Bei der Musi, bei an Weinderl und an Tralala
Bergsteiger-Rock
Bolero
Brillantengrund-Tanz
Brünnerstraßler-Tanz
Caprice Musette
Come on Joe
Crash
Cynthia’s Theme
Dark Beat March
Das san’s, die Weanatanz
Day Dreams
Der Geiger aus Wien
Die alten Wiener
Du goldiges Schwipserl
Du sagst wonderful zu Wien
Frohen Sinnes Marsch
Froher Start
Grinzinger Tanz
Happy Charleston
Happy Drive
Happy Waltz
Herzerl-Polka
Jetzt gibt’s a Hetz
Josefstädter-Polka
Kinkerlitzen Polka
Leopoldauer Tanz
Love Ballad
Lucky Moment
Manhattan Romance
Many Thanks
Mei liabes Wean, di krempelns um
Melodie exclusive
Melody in Tierces
Night Dreams
Oh please, Madame
Pat’s Song
Queen of my Dreams
Quick Start
Roses for you
Rupf- und Zupf-Polka
Samowar
Scherzende Geigen
Schmauswaberl-Polka
Schmeichelkatzerl
Schönbrunner Menuett
Scotch Night
Servus Spezl
Sieveringer Tanz
Springtime‘ Story
Stupsnaserl Polka
Summertime Story
Torbellino
Traummelodie
Treffpunkt Stammtisch
Verträumtes Wien
Vino Negro
Wann amal das Werkl steht
Briefe von Babinski an Arleth
Radioprogramm-Einreichungen
Sendung vom 25.06.1979
Sendung vom 16.06.1984
Sendung vom 26.06.1989
Sendung vom 22.10.1990
AKM
ÖGB
Unbekannt