Karl Grell (Vater)                                                          Renate Grell (Tochter)

 

Karl Grell

BildDatenEhrungenposthume Ehrung
Dirigent, Komponist

geboren am 05.09.1925 in Wien
gestorben am 06.09.2003 in Wien
beerdigt in Wien auf dem Hütteldorfer Friedhof (Gruppe 2, Nummer G8)

1975 Verleihung des Berufstitels Professor
1978 Robert Stolz-Ehrenring
1984 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
1985 Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
1991 Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
Ehrenmitglied und Ehrennadelträger des Österreichischen Komponistenbundes
Pro arte populi
GoldenerTaktstock
Goldener Violinschlüssel
Hut vom Lieben Augustin in Gold
Karl Grell Gedenkstein in der Daringergasse 10 im 19. Wiener Gemeindebezirk
Biographiepersönlicheseinige LiederPresse

Er konnte mitunter ganz schön „scharf“ sein, wenn ihm „was net passte“ – dem Karl. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, waren wir doch etliche Jahre gemeinsam in der Argentinierstrasse, zuerst noch im Hörfunk der RAVAG, des Österreichischen Rundfunks, dann in der Unterhaltungsmusik des ORF tätig.

Und wie recht hatte er des öfteren, denn Qualität war für ihn das Markenzeichen.

Doch zurück zu den Anfängen, der Karli wollte ein „Firitos“, ein Virtuose werden, lernte leicht Geige spielen, musizierte in Schul- und Studentenkapellen. Sein Jahrgang kam auch noch zum „Handkuß“ – einrücken, Gefangenschaft war das Los.

Nach der Heimkehr besuchte er das Konservatorium der Stadt Wien, seine Fächer: Geige, Klarinette, Komposition, Dirigieren.

Weiters vier Semester Musikwissenschaft an der Wiener Uni.

Abends hieß es „Geld verdienen“ in den Clubs der amerikanischen Besatzungsmacht oder im Tanzorchester des Walter Heidrich. Dann begann er zu arrangieren, instrumentieren für Johannes Fehring, Karl Loubè und bei Robert Stolz, mehr als 400 Titel waren es beim „Robertl“.

1955 gründete Karl Grell das „Wiener Solistenorchester“. Mit diesem und seinem „Sound“ waren die Aufnahmen – hörmäßig – ein Vergnügen, eine Freude.

„Der bunte Schirm“, „Die süasse Weana Musi“ waren bereits Fernsehaufzeichnungen, für welche mein Vater, mit Paul Stockmeier, die Drehbücher, Karl Grell für die Musik verantwortlich zeichneten. Peter Dörre führte Regie.

Mit Karl Grell ging es rasch weiter, bei Lou van Burgs „Jede Sekunde ein Schilling“, „Weana Leut, Weana Freud“ hieß die Nachfolgesendung der „Süassen Weana Musi“ unter dem Unterhaltungschef Karl Lackner.

Im Hörfunk liefen „der tönende Operettenführer“ mit Toni Niessner, „Von Tänzern und Geigern“, „Wiener Charme“, „Vertraute Melodien“ und immer wieder er mit seinem „Wiener Solistenorchester, dazu gehörte auch ab 1975 die Sendung „Musik von „und ab 1989″ Weana Leut, Weana Freud“, welche von mir gestaltet, „beplaudert“ und als Unterhaltungschef von Karl Grell im Hörfunk überwacht wurde.

Als Komponist hat sich Karl Grell ebenfalls einen Namen gemacht „Vogerl aus Wien“, „Mi reisst’s, wann i a Musi hör“, „Nehmt’s mi, wia i bin“, „Für mich war es mehr als ein Märchen“, „Komm und tanz mit mir“, die Klaviersolis schrieb er bereits für seine Tochter Renate, eine exzellente Pianistin „Thema für Renate“, „Blumen für Wien“, „Romatisehes Intermezzo“ u.v.a.

„Ein Leben für Musik“ wurde geehrt durch das „Grosse Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik“, das „Silberne Ehrenzeichen des Landes Wien“, der Berufstitel Professor blieb nicht aus, sowie das „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst“ 1. Klasse und den vielen anderen Ehrenrungen, pro arte populi, den Goldenen Taktstock, den Hut vom lieben Augustin“ usw.

Sein Leben ist nach wie vor „ein Leben für Musik“ und ich darf sagen, ein Teil davon, war auch die Arbeit mit ihm. Und die „Auseinandersetzungen“ gehörten eben zur „Würze“ dieser Arbeit und des Lebens für Musik!

Text von Emmerich Arleth

Ein Leben voll Musik
Karl Grell und das Wiener Solistenorchester
Am Laufsteg
Bärli
Blumen für Wien
Cala Murada
Casablanca-Melodie
Celestine
Computer
Der liebe Augustin geht auf Reisen
Der Wiener Werkelmann
Die alte Blumenfrau
Die Fiaker von Wien
Die Henne
Echo in Blues
Ein kleines Schwipserl in Wien
Ein Ober aus Wien
Ein Rendezvous mit Wien
Eine Nordlandfahrt
Einsames Herz
Es war Komödie
Federball
Flüchtige Begegnung
Fremd ist die Stadt
Fröhliche Ponyfahrt
Große fremde Stadt
Hat dein Herz einmal Heimweh nach Wien
Heimlich geweinte Tränen
Holiday for Ponies
Holzbläserlaunen
Kirschblütenfest
Kleines Inserat
Komm und tanz mit mir
Lianengeflüster
Mein Lippenstift ist kußecht
Melodie sentimentale
Mit dem Naserl im Weinglaserl drinn
Modebummel
Nächte in Dalmatien
Nächtliche Serenade
Pinselstriche
Pizzikato Melodie
Rhapsodie in Grinzing
Romantisches Intermezzo
Schaufensterpuppe
Schlaf süß
Seit jener Nacht in Wien
So beginnt jedes Märchen
Straßenbahnbekanntschaft
Streicherepisode
Tanzimpression
The quickly bird
Thema für Renate
Traveller Check
Unter den Sternen von Ragusa
Valerie – Boogie
Vogerl aus Wien
Weana Leut – Weana Freud
AKM
Autorenzeitung
Dabei
Der liebe Augustin
Fidelio
Samstag
Unbekannt

 

Renate Grell

BildDaten
Musiker (Klavier)

geboren am 02.01.1953 in Wien

Biographie

Die Wiener Pianistin Renate Grell erhielt bereits mit fünf Jahren in der Musikschule der Stadt Wien bei Prof. Margarete Kuntner den ersten Klavierunterricht. Das erste Zeugnis musste ihr vorgelesen werden, da sie zwar Noten, jedoch die Schrift des Zeugnisses noch nicht lesen konnte. Den ersten Live TV-Auftritt hatte sie 1962 in einer Silvestersendung von Heinz Conrads.

Nach dem Eintritt ins Musikgymnasium (1967), trat sie auch von der Musikschule ins Konservatorium der Stadt Wien in die Meisterklasse von Prof. Hans Bohnenstingl ein. 1969 hatte sie die erste Rundfunkaufnahme mit dem Wiener Solistenorchester, Dirigent: Karl Grell, dem Orchester, mit dem sie in der Folge immer wieder bei Konzerten und im Fernsehen als Solistin auftrat. Nach der Matura, der Staatsprüfung in Klavier und der Lehrerbefähigungsprüfung, war sie vorerst Lehrkraft in der Kindersingschule und ab 1975 Lehrkraft am Konservatorium der Stadt Wien.

Rundfunkaufnahmen mit Duo Partner(in) Eva Winkler bzw. Otto Probst, mit Werken von Brahms, Haydn, Busoni, Rachmaninoff, Mozart, Infante, Takacs und Poulenc. In diese Zeit fallen auch Veröffentlichungen von Schallplatteneinspielungen als Solistin beim Wiener Solistenorchester auf BASF und ARIOLA. Ab 1979 war Renate Grell ständige Solistin bei Produktionen mit dem RTV Orchester Novi Sad in Jugoslawien. TV-Auftritte und die Veröffentlichung der LP „Tanzende Tasten – Singende Saiten“ auf Diskos (LPD 1003) folgen. 1980 wirkte die Pianistin beim Konzert „25 Jahre Wiener Solistenorchester“ im Großen Sendesaal des Wiener Funkhauses und beim Konzert „100 Jahre Robert Stolz“ im Großen Konzerthaussaal mit. 1981 erschien die Langspielplatte „Am Flügel – Renate Grell“ auf Earl (EL 46 046) – in Novi Sad gab es ein Musiktreffen Wien – Novi Sad, sowie ein musikalisches Portrait von Renate Grell im Jugoslawischen Fernsehen.

In Jugoslawien erschien 1982 die LP „Rendezvous an der Donau“ (RTV-NS) und außerdem Solotitel auf der Earl LP „Musik für Dich“ (EL 76 036). 1983 wirkte Renate Grell bei der TV-Produktion „Rendezvous an der Donau“ und beim Konzert mit dem RTV Orchester, Dirigent: Karl Grell, im Sendesaal von Radio Novi Sad, sowie beim Gegenbesuch des RTV Orchesters in Wien „Radio Novi Sad zu Gast bei Radio Wien“ mit. In weiterer Folge erschienen 1984 bei COLUMBIA 12 Titel mit dem Romantic Sound Orchestra unter dem Titel „Träum mit mir“. (Col. 1 333 401). In intensiven, zeitaufwendigen Proben, erarbeitete Renate Grell – Klavier mit Gerhard Stein an der Elektronenorgel – ein Programm. Dieses Duo erreichte durch raffinierte Arrangements den Klang eines vollen Orchesters und trat im Fernsehen, sowie mit den Moderatoren Günther Schifter oder Günther Frank in etlichen Konzertveranstaltungen sehr erfolgreich auf. Großer Erfolg war auch Renate Grell beim Frühlingskonzert der Wiener Gardemusik Wien, Dir: Hans Schadenbauer, beschieden.

1985 gibt es Einzeltitel auf den LP’s „Portrait in Musik“ (Preiser SPR 135 042) und „Sweetliner“ (Preiser SPR 135 043). 1968 erschien auf Preiser (SPR 135 047) die LP „Piano Story“ – 14 Titel mit der Begleitung durch das RTV-Orchester bzw. Wiener Solistenorchester, Dir: Karl Grell, sowie Einzeltitel auf den LP’s „Romantic Violins“ (RTB 2 122 227) und „Hobby Time“ (VM Rec 13 668). Außerdem gab es wie in den vergangenen Jahren, zahlreiche Auftritte als Solistin bei Konzerten und TV-Produktionen mit dem Wiener Solistenorchester.

1987 wurden Aufnahmen mit Renate Grell auf der LP „Music for young lovers“ mit den RTV Orchester Novi Sad veröffentlicht (Jugoton LPD 0352). 1988 erschien „Music Mix“ (Col 12C 54-7914671) sechs Titel mit Renate Grell – Klavier und Gerhard Stein – Elektronenorgel. Leider gab es nach dieser LP Veröffentlichung keine weitere Zusammenarbeit mit dieser erfolgreichen Formation. Durch die Auflösung des Duos veranlasst, entschloss sich Renate Grell die Möglichkeit der synthetischen Musikerzeugung, kombiniert mit dem realen Klavierklang zu verbinden, und spielte 1989 im Computerstudio von Alfi Schnittler sechs Titel auf dem Music – Computer über ein Masterkeyboard und das dazugehörige Equipement ein. Die Titeln wurden mit sechs Einspielungen, vom RTV Orchester begleitet, gekoppelt und auf AGS Records (AS 103) unter dem Titel „Piano Lady“ veröffentlicht.

1990 machte Renate Grell wieder Rundfunkaufnahmen bei Radio Novi Sad, wirkte mit dem Wiener Solistenorchester bei einem Galakonzert in der Wiener Stadthalle mit und hatte einen TV-Auftritt anlässlich des 65. Geburtstages von Karl Grell. 1991 spielte Renate Grell, begleitet vom VCO (Vienna Conservatory Orchestra), zwei Titel für Sony ein, die 1992 auf Col. 47 281-2 veröffentlicht wurden.

Die erste Solo CD gibt es 1993 mit der Einspielung von modernisierten Ziehrermelodien „Renate Grell interpretiert Carl Michael Ziehrer“ (Her 472 841-1). Dies ist wieder eine Step by Step Einspielung auf dem Masterkeyboard in dem Computer. Nach der Abmischung wird im Analogstudio das reale Klavier auf das Playback synchronisiert. Ebenso auf dem Music – Computer und dem realen Klavier spielte sie, gemeinsam mit dem Friedrich Lessky Chor, der instrumental eingesetzt wird, drei Ergänzungstitel für die bereits 1980 produzierte Ziehrer LP „So schön wie’s einmal war“ ein. Veröffentlichung 1994 auf Amadeo 445 460-2. Im großen Festsaal des Wiener Rathauses wirkte Renate Grell als Solistin mit dem VCO mit.

Im Jahr 1995 gibt es das Festkonzert „Ein Leben voll Musik“ – Karl Grell zum 70. Geburtstag im Großen Sendesaal des Wiener Funkhauses. Soloauftritt mit einem Piano Medley, begleitet vom VCO. Den Live Mitschnitt dieses Konzertes gibt es auf CD ORF 30042.

Es ist dies eine umfangreiche musikalische Tätigkeit einer Pianistin, die es nicht leicht hat, im Schatten eines sehr dominanten Komponisten und Dirigenten erfolgreich zu sein. Das ihr das gelingt zeigt von einer außergewöhnlichen Begabung für die Interpretation bester Unterhaltungsmusik.Lebens für Musik!

Text von Karl Grell