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Schriftsteller, Textautor

Josef Johann Hadrawa

geboren am 04.08.1869 in Wien
gestorben am 16.07.1950 in Wien
beerdigt in Wien auf dem Hernalser Friedhof (Gruppe 47, Nummer 166)

Biographieeinige Titel

Der Textautor Josef Hadrawa schrieb „Ja, so warn’s unsere Alten g’wohnt“ gesungen hat es seinerzeit das Mandl-Quartett. Wer kennt heute noch das Lied, wer erinnert sich an das köstliche Mandl-Quartett?

Wir sollten aus diesem Lied und seinen vielen anderen eigentlich Geschichte heraushören, den Kreis der Gewohnheiten, der früheren Generationen nicht vergessen lassen.

Dieser Josef Hadrawa war in ein Elternhaus geboren, das im , vorigen Jahrhundert „gut bürgerlich“ genannt werden konnte, der Vater betrieb eine Schneiderei mit immerhin zehn Gesellen, in welcher, während der Arbeit gesungen, gepfiffen, wurde. „Berieselung“ durch Radio gab es zur der Zeit nicht. Ich lese in den Lebensbeschreibungen Hadrawas, dass die Gesellen auch verköstigt wurden und wenn es da z.B. als Mittagessen Zwetschenknödel gab, so wurden für die zehn Gesellen an die 800 Knödel gekocht.

Jedenfalls der „Pepi“ hatte für die Schneiderei nicht viel übrig, lernte die Buchdruckerei und Geige spielen.

Auf dem Weg zur Geigenstunde musste er am Alserbach vorbei, einmal war es so heiß, dass er sich den kühlenden Fluten des Alserbaches anvertraute und die Geige im Kasten neben sich herschwimmen ließ – na, gerade gut war das fürs Instrument nicht.

Er, der Josef Hadrawa, liebte sein „Steckenpferd“ kleine Verse zu dichten, dass er später damit Erfolge erzielt hat, wunderte ihn selbst.

Seine Einberufung zu den „Hoch- und Deutschmeistern“ gefiel ihm „Aus Liab zum vierten Regiment“ war sein textliches Lob auf die „Edelknaben“ und mit seinen Freunden feierte er gleich vier Tage, leider hatte der Kommandeur zwar Verständnis für das Loblied, aber keines für die „Feierei“, so dass der Textautor „vier Tage ausfasste“ – das war Kasernenarrest !

„Nur di allani hab i gern“, „Fix Laudon Bombenstern, mir san aus Wean“, „der Tiroler Holzhackermarsch“, „Drah ma um und drah ma auf, was liegt schon drann“, „Der erste Ball im Himmel droben“ waren Erfolgstexte und diese Erfolge brachten Hadrawa dazu ein Restaurant und Lokal in Graz zu führen, welches, durch seine etwas „leichte Hand“, florierte, aber nicht zu halten war.

Dann betätigte er sich eine zeitlang als Impressario, als Geschäftsführer einer Gulaschhütte in der Rothgasse und das 35 Jahre – immerhin !

Da muss es wohl die Inspiration zum Text „Erinnerungen an die goldene Backhendlzeit“ gegeben haben und dann noch „Bis die arme Seel in Himmel fliagt“.

Über 600 Lieder hat dieser Josef Hadrawa textiert, zehn seiner Lieder wurden über 50 Jahre gesungen, gespielt. „Servus Franz“, „Die Wiener Vollblutkinder“ und „Verkaufts mei Gwand“ waren eine seiner letzten Texte, am liebsten war er bis zu seinem Ende in seinem Schrebergarten auf der Schmelz.

Seine Komponisten hiessen: Rudolf Kronegger, Leopold Kubanek, Theodor Wottitz, Karl Zaruba.

Text von Emmerich Arleth

Titel Text Musik
D‘ lustigen Weanaleut‘ Josef Hadrawa
Der erste Ball im Himmel Josef Hadrawa
Drah’n ma um und drah’n ma auf Josef Hadrawa R. Hauptmann
Fix Laudon, Bomben, Stern Josef Hadrawa R. Kronegger
Ja so war’ns uns’re Alten g’wohnt Josef Hadrawa
Nur di allani hab i gern Josef Hadrawa
Reizende Blondine Josef Hadrawa Bernhard Kämpfner
Tiroler Holzhacker-Buab’n Josef Hadrawa J. F. Wagner
Trink ma Bruaderschaft mitsamm Josef Hadrawa
Trinken und lieben Josef Hadrawa M. R. Rakowianu
Verkauft’s mei G’wand Josef Hadrawa Karl Zaruba
Weana Vollblutkinder Josef Hadrawa Th. Wottitz
Wiener Landsturmmarsch Josef Hadrawa R. H. Dietrich
Wildschützenmarsch Josef Hadrawa