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Schriftsteller, Textautor

geboren am 02.10.1898 in Wien
gestorben am 20.11.1965 in Wien

1975 Ichmanngasse im 2. Wiener Gemeindebezirk; 2006 umbenannt in Simon-Wiesenthal-Gasse
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„Stellt’s meine Roß in‘ Stall“ – wer kennt dieses Lied nicht?

Es ist ein – heute würde man sagen HIT – aber für mich ist es ein wunderschönes Wienerlied, das von vielen bereits als „alt“ bezeichnet wird, dabei ist das Copyright 1963!

Karl Savara, der Ziehbruder des Franz Ichmann und er selbst haben diesen einmaligen Text „geformt“, der Ferry Wunsch hat die Noten dazu geschrieben und so ist es ein echtes Volkslied geworden, der „wienerische Abschied”, das österreichische „Lebewohl“.

„Nehmt’s ma die Peitschen weg“ unser „modernes Hobellied“. Der Franzi war kein ICH-MANN, er war ein bescheidener, liebenswürdiger Könner, eben der Franz Ichmann aus Wien.

Hier wurde er geboren, in jungen Jahren zog es ihn zur Kunst, vorerst zur Malerei. Sein Studium musste er sich selber finanzieren, so fand er Arbeit bei der Post.

Führte ein richtiges „Bohemienleben“ in einer Atelierwohnung, in der Dadlergasse und da begann er auch zum Schriftstellern anzufangen, es war die Zeit des ersten Weltkrieges.

Nachher kam Ichmann in die Kreise des Dichters Alfons Petzold. Gedichte, Kurzgeschichten, Romane, Einakter entstanden. Seine Artikel erschienen in diversen Zeitungen „Die Zeit“, im „Journal“, in der „Leuchtrakete“, im „Petzold-Preisausschreiben 1925“ erhielt er seine erste offizielle Anerkennung. Geschenkt ist dem Ichmann gar nichts „worden“, vieles ist vernichtet im zweiten Weltkrieg. Erst danach fand er seine Weggefährtin, die auch seine Liebe zu Wien, dem Wienertum und der Wiener Musik vollauf teilte: Emmy Kurz-Ichmann.

Wie sagte der berühmte Gustav Mahler: „Unter Millionen Frauen, gerade die zu finden, die man braucht, ist ein Glück, das dem besten Einfall eines Künstlers gleichkommt !“

Und so war es bei den Beiden, sie ergänzten einander !

Er hatte seine Texteinfälle, sie schrieb die Noten dazu.

Ich selber hatte die Freude, beide, die Emmy und den Franz Ichmann kennen zu lernen und recht oft mit ihnen beisammen sein zu können. Waren sie doch in der „Vereinigung das Wiener Lied“ an führender Position.

Das Jahr 1965 war kein „besonderes Glücksjahr“ gewesen. Im November wurden die „Roß‘ in den Stall gestellt“ und das Schicksa l“nahm die Peitschen aus der Hand“, es begann mit dem plötzlichen Tod meines Vaters, der Ehrenpräsident der „Vereinigung“ gewesen war und am 20.11.1965 folgte ebenso rasch der Obmann Franz Ichmann. War es die Aufregung um den Freund ?

Emmy Kurz-Ichmann überlebte ihren Mann bis zum 31.7.1971, sie übergab mir ein kleines Gedicht des Franzi:

Musik ist himmlisches Geniessen
Im Erdendasein kurzer Zeit.
Musik kann eine Welt erschliessen,
Musik ist Balsam auf der Seele Leid.
Musik ist wohl die schönste Gabe,
Die je ein Genius ersann:
Drum pflege immer sie und mach‘
Der schönsten Kunst dich untertan.

Außer „Stellt’s meine Roß in Stall“ gibt es noch „Endstation Lusthaus“ – Musik Edwin Kölbl, „Der Sauerstoff im Glaserl“ – Musik Raimund Brettner, „Liebes altes Griechenbeisel“ – Musik Pepi Koci, „Nicht nur in Grinzing“, „Du altes Denkmal längst vergangener Zeit“ Musik zu beiden von Emmy Kurz-Ichmann u.a.m.

Text von Emmerich Arleth

Autobiographie
Titel Text Musik
Der Sauerstoff im Glaserl Franz Ichmann Raimund Brettner
Der letzte Weana Franz Ichmann Carl Breyer
Der Wein is‘ mei‘ Onkel Franz Ichmann Ferry Wunsch
Die alte Dampftramway Franz Ichmann Richard Czapek
Du altes Denkmal längst vergangener Zeit Franz Ichmann Emmy Kurz-Ichmann
Endstation Lusthaus Franz Ichmann Edwin Kölbl
Liebes altes Griechenbeisl Franz Ichmann Pepi Koci
Liebes altes Taubenhaus Franz Ichmann Carl Breyer
Nicht nur in Grinzing Franz Ichmann Emmy Kurz-Ichmann
So langs an echten Weaner gibt Franz Ichmann Josef Berger
Stellt’s meine Roß in Stall Franz Ichmann Ferry Wunsch
Ichmann an Arleth am 14.02.1963
Ichmann an Arleth am 08.07.1963
Die alte Dampftramway
Stellt's meine Ross in Stall
Zum 70. Geburtstag
Sendung vom 04.03.1963
Wochenschau