AbbildungKinoprogrammAutorTechnikDarsteller
Neues Film-Programm
Nr. 1113, November 1958
Drehbuch: MARISCHKA, Ernst, frei nach dem Roman von Franz Werfel und dem Theaterstück von Leslie Bush-Fekete und Mary Helen Fay
Regie: MARISCHKA, Ernst
Produktionsleitung: Georg M. Reuther
Farbfotografie: Bruno Mondi
Musik: Anton Profes
Bauten: Otto Pischinger, Herta Hareiter
Ton: Hans Riedl
ein Ernst-Marischka-Fim in Agfacolor
eine Produktion der Rhombus-Film im Sascha-Filmverleih
Durch das Wohlwollen Seiner Heiligkeit Papst Pius XII. war es möglich, eine Audienz in der Peterskirche und die Apostolischen Gemächer des Vatikans aufzunehmen
Rosar, Annie – Teta Linek
Holt, Hans – Kaplan Seydel
de Kowa, Victor – Theo
Degischer, Vilma – Livia Argan
Fischer, Kai – Mascha
Vogel, Rudolf – Reiseleiter Kompert
Meisel, Kurt – Mojmir
Lang, Lotte – Frau Linek
Tilden, Jane – Frau Fleißig
Kaufmann, Christine – Doris
Elmay, Edith – Elli
Moritz, Ulla – Mizzi
Liewehr, Fred – Leopold Argan
Heintel, Kurt – Pfarrer von Hustopec
Nadherny, Ernst – Minister a.D.
Muliar, Fritz – Fasching
Fritsch, Peter – Fritz
Filminhalt
Teta Linek wird von der großen Pilgerfahrt zum Heiligen Vater nicht mehr in ihre österreichische Heimat zurückkehren. Während Kaplan Seydel das Wort an die Verstorbene richtet und in den Trauernden Erinnerungen an Teta aufsteigen, erlebt einer von ihnen, der Schriftsteller Theo, in seinen Gedanken noch einmal die Geschichte Tetas und ihres „Lebensplanes“.
Kennengelernt hat er Teta Linek als Köchin bei der Familie seines Freundes. Sie war eine brave Seele, sehr fleißig, nur ein bißchen habgierig. Von der Dame des Hauses erfuhr Theo, weshalb Tetas hervorstechendste Eigenschaft der Geiz war.
Teta konnte nicht glauben, daß das Leben auf Erden es wert sei, um seiner selbst willen gelebt zu werden. Es war für sie nur Wegbereitung zum ewigen Leben in einem himmlischen Dasein. Teta wollte sich schon im irdischen Dasein der Fürsprache eines gottgeweihten Mittlers für die Ewigkeit vergewissern – und das sollte ihr Neffe Mojmir werden. Sie bezahlte seine Schulkosten, dann die Ausgaben für das Priesterseminar und die Beträge für die persönlichen Bedürfnisse des jungen Mannes. Das seltsame war nur, daß sie Mojmir während zwanzig Jahre nicht ein einziges Mal sah. Sie schrieb ihm, empfing viele liebevolle Briefe von ihm, bezahlte seine Rechnungen, seine Schulden, sie schickte immer wieder Geld – aber sie hatte nie den Wunsch, ihn einmal persönlich zu sehen. Teta war es nur wichtig, daß ihr künftiger Vertreter beim Thron des Allmächtigen wohl vorbereitet werde, damit er durch die priesterliche Weihe berufen sei, ihren Lebensplan auszuführen.
Viele Jahre vergingen, bis Teta von Mojmir hörte, er habe die Weihen empfangen, und als sie noch später seine Mitteilung bekam, er werde jetzt eine Pfarrei übernehmen – er bat wieder um Tetas finanzielle Unterstützung -, entschloß sie sich, zu ihm zu ziehen. Aber die Enttäuschung, die sie bei der Begegnung mit dem heruntergekommenen, betrügerischen Mojmir erlebte, brachte ihr nicht nur die Gewißheit, daß sie das Opfer eines Schwindlers geworden war, sie mußte auch erkennen, daß sie an dem verpfuschten Lebens des Neffen nicht schuldlos war, weil sie ihn In einen Beruf gedrängt hatte, der ihm keine Freude machte – aus Egoismus, um sich selbst den Himmel zu erkaufen. Als Teta Linek ihren Neffen verließ, wußte sie, daß sie vor Gott gesündigt hatte.
Von einer Pilgerfahrt nach Rom erhoffte sie sich die Wiedergewinnung des verlorenen Seelenfriedens. Obwohl das umfangreiche Programm der Pilgergruppe der alten Frau nicht leicht fiel, hielt sie tapfer durch. Zudem fand sie in dem Kaplan Seydel einen hilfsbereiten Reisegefährten. Teta schloß diesen Gottesmann so in ihr Herz, daß sie oft wünschte, sie hätte all die Jahre nicht für Mojmir, sondern für den selbstlosen Kaplan gearbeitet.
In den Katakomben von Rom faßte sie soviel Zutrauen zu ihm, daß. sie ihm die Sünden ihres Lebensplanes und die Geschichte von dessen Scheitern anvertraute.
Am folgenden Tag wurden die Pilger vom Heiligen Vater empfangen. Teta fiel es schwer, die Schmerzen in ihren Beinen niederzukämpfen, aber die Gewißheit, endlich am Ziel ihrer Sehnsucht zu sein, hielt sie aufrecht. Gläubige aus aller Welt jubelten dem Papst in der Peterskirche zu. Manchmal schien es, als würden sie ihre Kräfte verlassen, aber glücklich kniete sie nieder, um den Segen des Hl. Vaters zu empfangen. Aus diesem Kniefall konnte Teta Linek sich nicht mehr erheben. Helfende Hände brachten sie in ein Hospital. Eine glückliche Teta, die ihren Frieden mit Gott wiedergefunden hat, stirbt in der Ewigen Stadt.