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Neues Film-Programm
Nr. 1114, November 1958
Buch: MARISCHKA, Ernst, frei nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Dr. A. M. Willner, Heinz Reichert und Heinrich Berte, und dem Roman „Schwammerl“ von Rudol Hans Bartsch
Regie: MARISCHKA, Heinz
Produktionsleitung: Karl Ehrlich
Aufnahmeleitung: A. J. Paulini
Kamera: Bruno Mondi
Musikalische Leitung: PROFES, Anton
Bauten: Fritz Jüpptner-Johnstorff
Schnitt: Alfred Srp
Ton: Hans Riedl
ein Farbfilm der Aspa/Erma-Produktion im Verleih der „Sascha“
Farbe von Agfacolor
Böhm, Karlheinz – Franz Schubert
Knuth, Gustav – Christian Tschöll
Schneider, Magda – seine Frau
Balser, Ewald – Ludwig van Beethoven
Matz, Johanna – Hannerl
Neuner, Helga – Heiderl
Siegl, Gerda – Hederl
Romanowsky, Richard – Diabelli, Musikverleger
Schock, Rudolf – Franz von Schober
Lohner, Helmuth – Moritz von Schwind
Kunz, Erich – Johann Mayrhofer
Rueprecht, Albert – Leopold Kupelwieser
Wächter, Eberhard – Vogel, Hofopernsänger
Rambausek, Else – Frau Prametzberger
Elmay, Edith – Franzi Seidl
Bav, Liselotte – Therese Pichler
Lang, Lotte – Kathi, Köchin
Filminhalt
In einem Altwiener Haus, nahe der Karlskirche, wohnt Franz Schubert, stets umgeben von einem Kreis treuer Freunde, zu denen Moritz v. Schwind, der Sänger Franz v. Schober, Leopold Kupelwieser und Johann Mayrhofer gehören. Sie versuchen alles, um Ihm über seine meist materiellen Schwierigkeiten hinwegzuhelfen und Ihren Bemühungen ist es auch zu danken, daß der Musikverleger Diabelli sich für Schuberts Werke interessiert. Diabelli ist von Schuberts Kompositionen so begeistert, daß er den berühmten Hofopernsänger Vogel bittet, die Lieder zu singen und somit bekanntzumachen.
Schubert Ist darüber gar nicht so erfreut. Seine Lieder sind ihm nicht so wichtig, er will ernsthafte Werke schaffen. Besonders seit er ein Konzert von Beethoven besucht hat, ist er davon überzeugt. daß er Symphonien komponieren müsse. In diesen Wochen beginnt Schubert seine berühmt gewordene h-moll-Symphonie zu schreiben.
Die Freunde beschließen, Schubert aus seiner Einsamkeit zu reißen. Franz v. Schobert verkehrt im Hause von Christian Tschöll, der drei Töchter hat. Zwei von ihnen, Hederl und Heiderl, sind zwar schon verlobt, aber Hannerl, die Jüngste aus dem Dreimäderlhaus, hat ihr Herz noch nicht vergeben. Ein gemeinsamer Ausflug wird verabredet, auf dem man Hannerl und Schubert sich selbst überläßt. An diesem herrlichen Tag verliebt sich Schubert in das reizende Mädchen, ohne zu merken, daß sie zwar von seiner Musik tief beeindruckt Ist, daß ihre Neigung aber Franz v. Schober gehört. – Hannerl merkt bald, daß es Schubert sehr schlecht geht. So überredet sie ihren Vater dazu, Klavierstunden bei dem jungen Komponisten nehmen zu dürfen, und bald erklingen unentwegt Schubertsche Melodien durch das Dreimäderlhaus. Vater Tschöll glaubt, daß seine Jüngste sich in Schubert verliebt hat.
Und dann schreibt Schubert sein erstes Liebeslied, ein Lied, das Hannerl seine Liebe erklären soll: „Ich schnitt es gern in alle Rinden ein . . .“ Er bittet Franz v. Schober, ihr das Lied vorzusingen und gleichsam für ihn zu werben. Schober, der Hannerl liebt und nur aus Freundschaft zu Schubert auf sie verzichten will, lehnt ab. Erst auf Schuberts neuerliches Drängen willigt er schlleßlich ein, ihm diesen Dienst zu erweisen.
Schobers Stimme ist unsicher, als er Hannerl am nächsten Abend sagt, daß dieses Lied eine besonders Bedeutung habe. Tiefes Schweigen herrscht in dem kleinen Zimmer. Aber dann fliegt Hannerl dem Sänger um den Halt. Sie hatte nicht bemerkt, daß nicht Schober, sondern Schubert ihr seine Liebe erklären wollte. Todunglücklich verläßt Schubert das Haus.
Das Dreimäderlhaus rüstet nun zur Hochzeit der Jüngsten Tochter. Erst am Tage ihrer Trauung erfährt Hannerl von dem Irrtum jenes Abends. Als sie mit künftigen Mann, Franz v. Schober, die Kirche betritt, sitzt Franz Schubert an der Orgel. Machtvoll schwingt seine Musik durch den Raum. Die Musik, die als Einziges seine Bestimmung und sein Glück Ist . . .